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IHK ist gegen höhere Parkgebühren

15.12.2025

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein bewertet die geplante Erhöhung der Parkgebühren in Kempen um 33 Prozent von 1,50 Euro auf 2 Euro pro Stunde kritisch. Nach Auffassung der IHK schade die Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt, und sie könnte negativen Einfluss auf die Umsätze des Einzelhandles vor Ort haben. „Die Erreichbarkeit und die Parksituation werden von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Einzelhändlerinnen und Einzelhändlern regelmäßig als wichtige Standortfaktoren genannt“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Niedrige Parkgebühren tragen dazu bei, dass Innenstädte für Besucherinnen und Besucher attraktiv sind.“ Steinmetz hat die Argumente der IHK in einer schriftlichen Stellungnahme an Bürgermeister Christoph Dellmans im Vorfeld der Ratssitzung am 16. Dezember übermittelt.

„Die Erhöhung der Parkgebühren konterkariert das durchaus positive Engagement der Stadtverwaltung, die Innenstadtakteure in Kempen zu unterstützen“, so Steinmetz. Kempen zeichnet sich nach Aussagen der IHK derzeit durch eine vergleichsweise gute Innenstadtentwicklung aus. Die Lage auf dem Kempener Einzelhandelsmarkt ist verhältnismäßig stabil. Veranstaltungen wie der Feierabendmarkt und auch weitere Aktionen des sehr aktiven Werberings sorgen für eine hohe Aufenthaltsqualität. Das zeigte auch die IHK-Standortanalyse für Kempen, die im Oktober veröffentlicht wurde. Demnach ist die Innenstadt eine wichtige Visitenkarte für den gesamten Wirtschaftsstandort Kempen. „Der einzige Standortfaktor aus dem Themenfeld der Innenstadtfaktoren, der bereits jetzt schlechter bewertet wird als im regionalen Durchschnitt, sind die Parkgebühren“, erklärt Steinmetz. „Viele kreisangehörige Kommunen in unserer Region verzichten schließlich gänzlich auf Parkgebühren – und das aus gutem Grund“

Die wirtschaftliche Lage der Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe ist derzeit angespannt. Laut IHK-Konjunkturanalysen ist ein spürbarer Aufschwung in diesen Branchen zurzeit nicht erkennbar, und die Erwartungen für das kommende Jahr sind überwiegend pessimistisch. Das wird auch durch bundesweite Studien – zum Beispiel durch die Gesellschaft für Konsumforschung – untermauert: Die Konsumneigung bleibt auf einem niedrigen Niveau. „Vor diesem Hintergrund ist die geplante Erhöhung der Parkgebühren kein guter Eingriff in die Standortattraktivität der Innenstadt und trifft die Innenstadtakteure in einer schwierigen Phase. Wir appellieren an die Stadt Kempen, das Vorhaben zu überdenken, um die positive Entwicklung der Innenstadt nicht zu gefährden“, betont Steinmetz.

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