Unternehmensbefragungen und außenwirtschaftspolitische Positionen
Wie bewerten international aktive Unternehmen ihre Exportmärkte, Auslandsinvestitionen und globalen Risiken? Die hier vorgestellten Berichte bündeln Ergebnisse verschiedener Unternehmens- und IHK-Befragungen sowie außenwirtschaftliche Kennzahlen. Sie liefern komprimierte Einblicke in Exporttrends, internationale Geschäftsbedingungen und Investitionsperspektiven – und damit eine fundierte Grundlage für Entscheidungen in Ihrem Auslandsgeschäft.
Ergänzend finden Sie auf dieser Seite auch ausgewählte außenwirtschaftspolitische Positionen der IHK Mittlerer Niederrhein und der IHK-Organisation, in denen zentrale Forderungen der Wirtschaft an die deutsche und europäische Politik formuliert werden.
Inhaltsverzeichnis
AHK World Business Outlook Herbst 2025
AHK-BefragungErhebung: Herbst 2025
Der AHK World Business Outlook ist eine regelmäßige Befragung unter den Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) an ihren weltweit rund 150 Standorten. Im Herbst 2025 haben rund 3.500 Unternehmen teilgenommen – deutsche Niederlassungen bzw. Tochtergesellschaften sowie Firmen mit engem Deutschlandbezug. Der Bericht analysiert Geschäftslage, Erwartungen, Konjunktur, Risiken, Investitions- und Beschäftigungspläne deutscher Unternehmen weltweit.
Wesentliche Ergebnisse der Befragung
- Nach dem Rückschlag durch die US-Zollpolitik im Frühjahr hellt sich die Stimmung in vielen Weltregionen spürbar auf.
- Weltweit erwarten 44 Prozent der Unternehmen bessere Geschäfte – im Inland sind es hingegen nur 15 Prozent. Der Aufschwung bleibt fragil, doch die Orientierung ist klar: Wachstum findet jenseits der deutschen Grenze statt. Das spiegelt sich auch in den Investitions- und Beschäftigungsplänen wider.
- Gleichzeitig nimmt die Zahl der Risiken im internationalen Geschäft weiter zu. Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) nennt die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als größtes Geschäftsrisiko, 47 Prozent beklagen eine schwache Nachfrage.
- Die schwache wirtschaftliche Dynamik in Deutschland wirkt sich direkt negativ auf die Exporterwartungen aus. Deutschland profitiert damit nur eingeschränkt vom weltweiten Wachstum.
- Auch die US-Handelspolitik bleibt weltweit spürbar. Die anfängliche Verunsicherung der Wirtschaft über die erratischen und belastenden Maßnahmen aus Washington ist inzwischen einer Phase der Ernüchterung und strategischen Anpassung gewichen.
Den kompletten AHK World Business Outlook 2025 finden Sie auf der DIHK-Webseite.
Deutsche Unternehmen im Ausland
Going International 2025
DIHK-StudieErhebung: Februar/März 2025
Die Studie Going International 2025 ist eine bundesweite Unternehmensumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), die mit Unterstützung der 79 IHKs durchgeführt wurde. Zwischen dem 24. Februar und dem 7. März 2025 beteiligten sich rund 2.600 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Der Bericht analysiert die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen deutscher Unternehmen im Auslandsgeschäft, die Entwicklung von Handelshemmnissen sowie regionale Perspektiven in den wichtigsten Weltmärkten.
Kernaussagen der Studie
- Die weltweiten Geschäftsperspektiven verbessern sich leicht gegenüber dem Vorjahr, bleiben insgesamt aber negativ. Handelspolitische Unsicherheiten – insbesondere aus den USA – sowie regulatorische Anforderungen bremsen den Aufschwung.
- Handelshemmnisse nehmen weiter zu: 58 Prozent der Unternehmen berichten von einer Zunahme. Am häufigsten genannt werden lokale Zertifizierungsanforderungen und verstärkte Sicherheitsauflagen, daneben Sanktionen, intransparente Gesetzgebung, höhere Zölle und Local-Content-Vorgaben.
- Die US-Handelspolitik belastet das Auslandsgeschäft deutlich. 70 Prozent der Unternehmen erwarten negative Auswirkungen, 34 Prozent eine starke Beeinträchtigung. Die Geschäftserwartungen für Nordamerika gehen klar zurück.
- Hausgemachte Herausforderungen gewinnen an Gewicht: 80 Prozent der Unternehmen sehen Hemmnisse aus Deutschland und der EU. Davon nennen 83 Prozent bürokratische Hürden und Unsicherheiten bei der Umsetzung von Regulierungen (u. a. LkSG, CBAM und Verpackungsrichtlinien).
- Vom weltweiten Wachstum profitieren deutsche Unternehmen nur eingeschränkt. 23 Prozent erwarten schlechtere Auslandsgeschäfte, lediglich 15 Prozent bessere. In keiner Weltregion überwiegen per Saldo die positiven Erwartungen.
- Regional bleibt Europa gedämpft, aber weniger pessimistisch als im Vorjahr. Asien-Pazifik stabilisiert sich, China bleibt angespannt. Nordamerika und Russland sind weiterhin besonders belastet.
Die vollständige Studie Going International 2025 ist auf der DIHK-Website abrufbar.
2025 German American Business Outlook
US-EngagementErhebung: Januar 2025
Der 2025 German American Business Outlook (GABO) ist eine jährliche Umfrage der German American Chambers of Commerce unter deutschen Unternehmen mit Aktivitäten in den USA. Die Auswertung basiert auf 207 Antworten und beleuchtet Erwartungen zur US-Konjunktur, Investitions- und Beschäftigungspläne sowie zentrale Standortfaktoren und Risiken.
Wesentliche Ergebnisse der Befragung
- Investitionen: hohe Kontinuität trotz Unsicherheit. In den nächsten drei Jahren planen 84 Prozent Investitionen in den USA; davon wollen 43 Prozent mehr als 5 Millionen US-Dollar investieren.
- Produktion: Ausbaupotenzial bei Unternehmen ohne US-Fertigung. 27 Prozent der in den USA aktiven Unternehmen ohne Produktionsstätte planen, in den nächsten drei Jahren eine US-Produktionsstätte aufzubauen (ausgenommen Professional Services und Transport/Logistik).
- Beschäftigung: deutlicher Aufwuchs geplant. 88 Prozent wollen ihre US-Belegschaft bis 2029 ausbauen.
- Konjunkturerwartung USA 2025 klar positiv. 95 Prozent erwarten Wachstum (Summe aus moderatem + starkem + sehr starkem Wachstum); 37 Prozent rechnen mit starkem oder sehr starkem Wachstum.
- Bedeutung des US-Geschäfts für den Gesamtkonzern ist hoch. 74 Prozent stufen den US-Umsatz als signifikant oder dominant ein; bei Gewinnen sind es 72 Prozent.
- Risiken: Zölle und Fachkräfteengpässe dominieren. 81 Prozent erwarten Auswirkungen potenzieller Zölle auf ihr US-Geschäft; 93 Prozent berichten von Herausforderungen bei der Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte.
- „Local-for-Local“: geringere Rückkopplung auf Deutschland. Weniger Unternehmen als 2024 berichten, dass US-Wachstum zu Personal-, Produktions- und F&E-Wachstum am deutschen Hauptsitz führt (z. B. Produktion: 2024 40 % vs. 2025 28 %). Es zeigen sich dazu korrespondierend hohe „No change“-Anteile für deutsche Beschäftigung/Produktion/F&E.
Den vollständigen German American Business Outlook 2025 finden Sie auf der Website der German American Chambers of Commerce (GACC).
Welche Geschäftsbeziehung hat Ihre US-Tochtergesellschaft zu China?
Mehr als 50 Prozent haben keine Geschäftsbeziehungen mit China
34 Prozent der befragten Unternehmen haben eine primäre oder sekundäre Beschaffungsabhängigkeit von China – gegenüber 33 Prozent im Jahr 2024.
Auslandsinvestitionen in der Industrie 2025
DIHK-SonderauswertungErhebung: Jahresbeginn 2025
Die Sonderauswertung Auslandsinvestitionen der Industrie 2025 basiert auf der DIHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2025. Ausgewertet wurden rund 1.700 Antworten auslandsaktiver Industrieunternehmen in Deutschland. Der Bericht analysiert den Umfang und die Entwicklung der Auslandsinvestitionen, Investitionsmotive, regionale Schwerpunkte sowie die Abgrenzung zu den Inlandsinvestitionsplänen der Industrie.
Wesentliche Ergebnisse der Befragung
- 40 Prozent der Industrieunternehmen planen 2025 Investitionen im Ausland und damit etwas weniger als im Vorjahr (42 Prozent). Besonders kleinere Betriebe mit bis zu 200 Beschäftigten investieren seltener im Ausland (30 Prozent), während große Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten auf einem hohen Niveau bleiben (80 Prozent).
- Kosteneinsparung ist weiterhin das wichtigste Motiv für Auslandsinvestitionen. 35 Prozent der Unternehmen nennen sie als Hauptgrund – ein Wert, der zuletzt während der Finanzkrise 2008 erreicht wurde. Markterschließung spielt für 30 Prozent, Vertrieb und Kundendienst für 35 Prozent der Unternehmen die zentrale Rolle.
- Die geplanten Auslandsinvestitionen entwickeln sich deutlich günstiger als die Inlandsinvestitionen. Der Saldo der Auslandsinvestitionen liegt bei plus neun Punkten, während die Investitionsabsichten im Inland mit minus 17 Punkten klar negativ sind. Der Abstand von 26 Punkten unterstreicht die aktuellen Standortprobleme in Deutschland.
- Innerhalb der Auslandsinvestitionspläne wollen 33 Prozent der Unternehmen ihre Budgets erhöhen, 24 Prozent kürzen. Der Saldo steigt leicht, bleibt aber deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
- Kostengetriebene Auslandsinvestitionen gehen mit schwachen Inlandsplänen einher. Unternehmen mit diesem Hauptmotiv weisen besonders niedrige inländische Investitions- (–30 Punkte) und Beschäftigungssalden (–39 Punkte) auf. Hohe Arbeits- und Energiekosten sowie wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen werden dabei als zentrale Risiken genannt.
- Regional bleibt die Eurozone wichtigste Zielregion für Auslandsinvestitionen (64 Prozent). Nordamerika gewinnt weiter an Bedeutung (48 Prozent), während das Engagement in China leicht zurückgeht (31 Prozent) und die Investitionen in Asien/Pazifik ohne China deutlich sinken (21 Prozent).
Den vollständigen Bericht Auslandsinvestitionen der Industrie 2025 finden Sie auf der DIHK-Website.
Investitionspläne der Industrie im In- und Ausland für die kommenden 12 Monate
Außenwirtschaftsreports von DIHK und IHK NRW
Im FokusDIHK-Außenwirtschaftsreport 2025
Der DIHK-Außenwirtschaftsreport 2025 basiert auf einer Umfrage unter den 79 IHKs in Deutschland. Er bündelt deren Einschätzungen zu international agierenden Unternehmen, die bei jährlich rund 417.000 Kontakten entstehen.
Für Unternehmen ist der Report besonders lesenswert, weil er nicht nur das Leistungsspektrum der IHKs abbildet, sondern zugleich ein kompaktes Lagebild der aktuellen Herausforderungen im internationalen Geschäft liefert: von Sanktionen und geopolitischen Risiken über neue regulatorische Anforderungen bis hin zu praktischen Fragen der Exportabwicklung, Digitalisierung und Markterschließung. Der Report zeigt damit, wo der Beratungsbedarf der Unternehmen tatsächlich entsteht und welche Themen das Auslandsgeschäft aktuell prägen.
Der Bericht erscheint jährlich seit 2009 und gibt einen strukturierten Überblick über Bescheinigungs- und Beratungsdienstleistungen, Veranstaltungsaktivitäten sowie zentrale Beratungsschwerpunkte und Problemfelder im Auslandsgeschäft.
Den DIHK-Außenwirtschaftsreport 2025 finden Sie auf der DIHK-Website.
IHK-Außenwirtschaftsreport NRW 2025
Der IHK-Außenwirtschaftsreport NRW 2025 liefert detaillierte Zahlen und Daten zur Außenwirtschaft in Nordrhein-Westfalen und zeigt, welche Themen die Wirtschaft bewegen und welche politischen Rahmenbedingungen nötig sind, damit Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben. Grundlage sind amtliche Außenhandelsdaten (u. a. IT.NRW) sowie Ergebnisse verschiedener Unternehmensumfragen und die außenwirtschaftliche Einordnung der IHKs.
Für exportierende und international tätige Unternehmen ist der Report besonders lesenswert, weil er über reine Export- und Importzahlen hinaus die aktuellen Treiber und Stolpersteine im Auslandsgeschäft einordnet – von Handelshemmnissen und Standortfragen bis zu geopolitischen Entwicklungen. Damit unterstützt er Unternehmen, Märkte realistischer zu bewerten, Risiken frühzeitig zu erkennen und die eigene Internationalisierungsstrategie belastbar auszurichten.
Den IHK-Außenwirtschaftsreport NRW 2025 gibt es auf der Website von IHK NRW.
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Stefan Enders
Bereichsleiter International
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