Konjunktur aktuell
Herbst 2026
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Robuste Lage trotz schwierigem Umfeld
Lage, Erwartungen, Geschäftsklima
Wirtschaft insgesamt, Frühjahr 2010 bis Herbst 2026, in Prozent
Lage und Erwartungen: Salden aus Anteilen der Unternehmen mit positiven bzw. negativen Einschätzungen (max. 100 bzw. min. -100)
Geschäftsklima: Geometrisches Mittel der Salden aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage (neutral = 0)
Die Wirtschaft in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein kommt auch im Herbst 2026 nicht in Schwung. Doch immerhin sind die negativen Folgen des Iran-Kriegs nicht so gravierend, wie von vielen Unternehmen bei der Frühsommer-Umfrage befürchtet. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein, an der sich rund 700 Unternehmen mit rund 48.000 Beschäftigten beteiligt haben.
Der Konjunkturklimaindex liegt bei 88,3 Punkten. Damit hat er sich vom Schock im Frühsommer (83,3) erholt, bleibt aber unter dem Wert vom Jahresbeginn von 93,2 Punkten und deutlich unter seinem langjährigen Mittel von 103,8 Punkten. Eine nachhaltige Erholung ist damit nicht in Sicht.
In der Frühsommerumfrage sechs Wochen nach Ausbruch des Iran-Krieges waren die Geschäftserwartungen auf minus 21,9 Punkte eingebrochen. Dieser Schockeffekt hat sich inzwischen deutlich abgeschwächt. Der Indikator liegt nur noch bei minus 12,0 Punkten.
Die Geschäftslage rangiert dagegen weiterhin etwa auf dem Niveau der vergangenen Umfrage: bei minus 11,4 Punkten.
In der Industrie zeigen sich erste Anzeichen einer Stabilisierung
Geschäftslage in den Hauptbranchen
Herbst 2026, in Prozent
Trotz des schwierigen Gesamtbildes gibt es Lichtblicke. Im produzierenden Gewerbe berichten 20,5 Prozent der Unternehmen von höheren Auftragseingängen als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Betriebe mit rückläufigen Neuaufträgen von 49,4 auf 39,7 Prozent. Besonders deutlich verbessert sich die Auftragssituation im Baugewerbe: Dort steigt der Anteil der Betriebe mit wachsendem Auftragsvolumen von 4,2 auf 28,6 Prozent. Eine breite Nachfragebelebung ist das noch nicht.
In der Industrie zeigen sich erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Lagesaldo verbessert sich gegenüber dem Vorjahr, bleibt mit minus 8,5 Punkten aber negativ. Auch bei den Erwartungen überwiegt weiterhin der Pessimismus. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine bewertet die Industrie ihre Aussichten allerdings nur in zwei Umfragen besser als aktuell.
Die Bauwirtschaft erhält zwar Impulse durch öffentliche Infrastrukturmaßnahmen, jedoch bleiben Wohnungs- und Wirtschaftsbau schwach. Langwierige Entscheidungs- und Planungsprozesse sorgen zudem dafür, dass ein Teil der angekündigten Investitionen in die Infrastruktur noch nicht in der Wirtschaft angekommen ist.
Besonders schwierig bleibt die Lage im Einzelhandel. Kaufzurückhaltung sowie steigende Energie- und Arbeitskosten belasten nach wie vor die Branche. Auch der Großhandel leidet unter der schwachen Nachfrage aus Industrie, Bau und Konsum. Bei den Dienstleistern fällt der Geschäftslagesaldo erstmals seit der Corona-Pandemie ins Minus. Diese Branche ist allerdings heterogen. Während die Verkehrswirtschaft aufgrund hoher Kraftstoffpreise eine schlechte Lage meldet, kommen positive Signale von Architektur- und Ingenieurbüros.
Energiekosten rücken an die Spitze der Geschäftsrisiken
Ausgewählte Risiken für die Konjunkturentwicklung
Wirtschaft insgesamt, Jahresbeginn 2017 bis Herbst 2026, in Prozent
Nach Nennungen der Unternehmen – Anteil in Prozent an allen antwortenden Unternehmen, Mehrfachnennungen möglich
60,4 Prozent der Unternehmen nennen die Energiepreise als zentrales Geschäftsrisiko – fast genauso viele wie bei der Blitzumfrage im Frühjahr und deutlich mehr als die 42,6 Prozent im Herbst 2025. Bei energieintensiven Unternehmen liegt der Anteil sogar bei 76,1 Prozent. Ursache für den deutlichen Anstieg sind vor allem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die dadurch steigenden Beschaffungskosten. Höhere Energiepreise treffen dabei nicht nur die Betriebe direkt, sondern schwächen auch die Kaufkraft der Verbraucher.
Auch Rohstoff- und Arbeitskosten belasten die Unternehmen. 39,0 Prozent sehen die Rohstoffpreise als Risiko, 51,3 Prozent die Arbeitskosten. Steigende Sozialabgaben und der Fachkräftemangel treiben die Lohnkosten, während schwache Nachfrage und hoher Wettbewerbsdruck es erschweren, Mehrkosten weiterzugeben.
Unsere Unternehmen brauchen Energie, die wettbewerbsfähig, verlässlich und bezahlbar ist. Kurzfristig müssen deshalb die Energiesteuern auf das europäische Mindestmaß sinken. Mittel- und langfristig brauchen wir ein ausreichendes Energieangebot.
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Gregor Werkle
Bereichsleiter Wirtschaftspolitik
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Tanja Franken
Mitarbeiterin Wirtschaftspolitik
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