Ausbildung zum/zur Bautechnischen Konstrukteur/in wurde neu geordnet
Ab dem 1. August 2026 startet die neu geordnete Ausbildung Bautechnische/r Konstrukteur/in. Der bisherige Beruf Bauzeichner/in wird damit modernisiert und an die digitalen Anforderungen der Bauwirtschaft angepasst. Drei Fachrichtungen und ein aktualisiertes Prüfungsmodell sorgen für mehr Praxisnähe und Zukunftssicherheit für Ausbildungsbetriebe.
Hintergrund der Neuordnung ist, dass die bislang geltende Ausbildungsordnung aus dem Jahr 2017 den aktuellen Anforderungen der Bauwirtschaft nicht mehr vollständig gerecht wurde. Technologische, digitale und organisatorische Entwicklungen haben die Arbeitsweise in der Branche in den vergangenen Jahren maßgeblich verändert.
Zentrale Entwicklungen, die in der neuen Ausbildung systematisch aufgegriffen werden, sind:
- Building Information Modeling (BIM): Bauprojekte werden zunehmend kooperativ in integrierten 3D-Modellen geplant und gesteuert.
- Digitalisierung der Planungsprozesse: Modellbasierte, datenorientierte Arbeitsweisen ersetzen klassische 2D-Zeichnungen.
- Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft: Baustoffe und Konstruktionen werden stärker im Hinblick auf Umweltverträglichkeit, Ressourcenschonung und Wiederverwendung bewertet.
- Sicherheits- und Qualitätsstandards: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Qualitätssicherung sind stärker in die Planungsprozesse eingebunden.
- Breitere Einsatzfelder: Die Ausbildung wird durch klar definierte Fachrichtungen praxisnäher und vielseitiger.
Ziel der Neuordnung ist es, Auszubildende optimal auf die heutigen und zukünftigen Anforderungen der Bau- und Infrastrukturplanung vorzubereiten – fachlich, digital und methodisch.
Die Ausbildung gliedert sich künftig in drei Fachrichtungen, die den unterschiedlichen Einsatzfeldern der Betriebe Rechnung tragen:
Architektur
- Konstruieren und Erstellen von Grundrissen, Schnitten, Ansichten und Ausführungsplänen
- Mitwirkung am raumbildenden Ausbau
- Visualisierung und Präsentation von Bauvorhaben
Ingenieurbau
- Erstellung von Schal-, Konstruktions- und Bewehrungsplänen
- Berücksichtigung standsicherheitsrelevanter Aspekte
- Anwendung digitaler, modellbasierter Planungsprozesse
Tief-, Verkehrswege- und Landschaftsbau
- Mitwirkung bei der Konstruktion von Rohrleitungsnetzen und Verkehrswegen
- Erstellung von Lage-, Höhen- und Übersichtsplänen
- Mitarbeit an Landschafts- und Freiraumgestaltungsplänen
Im Zuge der Neuordnung wurden der Ausbildungsrahmenplan und Rahmenlehrplan enger aufeinander abgestimmt. Eine längere Implementierungsphase soll Betriebe und Berufsschulen gezielt bei der Einführung der neuen Inhalte unterstützen.
Fazit
Mit der neuen Ausbildung Bautechnische/r Konstrukteur/in wird ein modernes, zukunftsorientiertes Berufsbild geschaffen, das den realen Anforderungen der Bauwirtschaft entspricht. Ausbildungsbetriebe erhalten damit ein attraktives Instrument, um Nachwuchskräfte praxisnah, digital und nachhaltig zu qualifizieren.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Ansprechpartnerin zum Thema
Kontakt-
Michaela Uelkes
Ausbildungsberaterin
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