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IHK begrüßt Antrag zu mittelstandsorientierter Verwaltung in Neuss

06.05.2026

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) begrüßt den Antrag im Rat der Stadt Neuss, der einen Beitritt der Stadt zur „Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen e. V.“ sowie die Einführung des RAL-Gütezeichens „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“ vorsieht. Eine entsprechende Stellungnahme hat die IHK an Bürgermeister Reiner Breuer sowie an die Fraktionsvorsitzenden übermittelt. „Wenn sich der Rat entschließt, dass sich die Verwaltung der Stadt noch stärker an den Bedürfnissen des Mittelstands ausrichten soll, wäre dies ein wichtiges und richtiges Signal“, erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK. Bereits am Freitag, 8. Mai, steht der Antrag zur Abstimmung auf der Tagesordnung.

Das RAL-Gütezeichen definiert konkrete und überprüfbare Anforderungen an eine leistungsfähige Verwaltung. Dazu zählen insbesondere verlässliche und zügige Bearbeitungszeiten bei Bauanträgen sowie eine fristgerechte Abwicklung von Zahlungsprozessen. „Gerade in Zeiten zunehmender regulatorischer Anforderungen und komplexer Genehmigungsverfahren ist eine effiziente, serviceorientierte und wirtschaftsfreundliche Verwaltung ein zentraler Standortfaktor. Kommunen können sich dadurch im Wettbewerb um Unternehmen deutlich besser positionieren und ihre Attraktivität nachhaltig steigern“, erklärt Steinmetz.

Die Mitgliedschaft in der Gütegemeinschaft bietet aus Sicht der IHK Kommunen strukturelle Vorteile: Verwaltungsprozesse werden verschlankt, Genehmigungsverfahren werden beschleunigt und die Kommunikation zwischen Betrieben und Behörden wird verbessert. Gleichzeitig wirkt das RAL-Gütezeichen als kontinuierlicher Qualitätsmaßstab, der Verwaltungsprozesse systematisch weiterentwickelt und messbar macht. „Gerade die aktuellen Rückmeldungen der Unternehmen zeigen, dass es bei den kommunalen Leistungen in Neuss noch Verbesserungspotenzial gibt“, so Steinmetz weiter.

Die vergangene Standortanalyse der IHK hat gezeigt, dass Unternehmen die kommunalen Leistungen in Neuss insgesamt kritisch bewerten. Insbesondere die Reaktionszeiten der Verwaltung, die Erreichbarkeit sowie die Dauer von Planungs- und Genehmigungsverfahren liegen unter dem regionalen Durchschnitt. Zudem haben sich nahezu alle abgefragten Standortfaktoren im Vergleich zur vorherigen Erhebung verschlechtert. „Vor diesem Hintergrund erscheint eine systematische Zertifizierung besonders sinnvoll, um bestehende Defizite gezielt zu adressieren und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung nachhaltig zu stärken“, rät Steinmetz.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Außenwahrnehmung der Kommune im Wettbewerb um Investitionen und Fachkräfte. Einheitliche Standards und nachvollziehbare Qualitätsprozesse erhöhen die Transparenz und schaffen Vertrauen bei Unternehmen. Zudem profitieren teilnehmende Kommunen vom strukturierten Erfahrungsaustausch innerhalb der Gütegemeinschaft sowie von erprobten Best-Practice-Ansätzen anderer Mitglieder. „Eine zertifizierte, mittelstandsorientierte Verwaltung ist kein Selbstzweck, sondern ein echter Standortvorteil im Wettbewerb um Zukunftsfähigkeit“, betont Steinmetz abschließend.

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