IHK zeichnet internationale Fachkräfte aus
Rund 40 Fachkräfte aus 19 verschiedenen Ländern mit 26 unterschiedlichen Berufen und unzähligen persönlichen Geschichten sind von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein für die erfolgreiche Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse ausgezeichnet worden. Die Veranstaltung im IHK-Pavillon „Campus Zukunft“ auf dem Wendersplatz in Neuss machte deutlich, welche Bedeutung internationale Fachkräfte für Wirtschaft und Gesellschaft haben – und wie wichtig berufliche Anerkennung für gelungene Integration ist.
IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz würdigte in seiner Begrüßung insbesondere den persönlichen Einsatz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Hinter jeder Anerkennung steht eine individuelle Geschichte – geprägt von Mut, Ausdauer und großem Engagement“, sagte Steinmetz. Gerade angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels sei es entscheidend, bereits vorhandene Qualifikationen sichtbar zu machen und in den Arbeitsmarkt einzubinden. „Unternehmen benötigen dringend gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb müssen wir die Potenziale der Menschen, die zu uns kommen, konsequent nutzen“, betonte er.
Die Bewertung und Einordnung ausländischer Berufsabschlüsse übernimmt bundesweit die IHK FOSA (Foreign Skills Approval). Deren Geschäftsführerin Heike Klembt-Kriegel erläuterte während der Veranstaltung die Entwicklung des Anerkennungsverfahrens. Seit dessen Inkrafttreten im Jahr 2012 können ausländische Berufsabschlüsse in rund 350 IHK-Berufen geprüft werden. Die IHK FOSA verfügt über 28 Sprachen auf Erstsprachenniveau, so dass Übersetzungen vielfach nicht notwendig sind. „Der gesamte Prozess läuft seit 2025 vollständig digital. Die Anträge können auf Deutsch und Englisch gestellt werden und in Zukunft in weiteren Sprachen“, erklärte Klembt-Kriegel. Für viele internationale Fachkräfte sei die Anerkennung ein entscheidender Schritt für den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt.
Auch NRW-Integrationsministerin Verena Schäffer unterstrich die Bedeutung der beruflichen Anerkennung. Sie gratulierte den ausgezeichneten Fachkräften und bezeichnete deren Kompetenzen als großen Gewinn für Nordrhein-Westfalen. „Integration und Fachkräftesicherung gehören zusammen“, sagte Schäffer. Mit Blick auf den demografischen Wandel sei Deutschland langfristig auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Besonders in Bereichen wie Handwerk, Pflege und Bildung sei der Bedarf an Fachkräften bereits deutlich spürbar.
Zugleich sprach sich die Ministerin dafür aus, stärker auf vorhandene Potenziale zu schauen und berufliche Integration schneller zu ermöglichen. Besonderen Handlungsbedarf sieht Schäffer bei zugewanderten Frauen, die häufig unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt seien. „Dadurch gehen wertvolle Kompetenzen verloren“, sagte sie. Unternehmen seien deshalb gefordert, flexible Arbeitszeitmodelle und bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen.
Ein emotionaler Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe der Anerkennungsbescheide auf der Bühne. Unter großem Applaus nahmen die Fachkräfte ihre Urkunden entgegen. Steinmetz betonte dabei die besondere Rolle des „Campus‘ Zukunft“ als Ort der Vernetzung von Wirtschaft, Bildung und Politik. „Genau diese Zusammenarbeit brauchen wir für erfolgreiche Integration“, sagte er.
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