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Kooperation bringt Geflüchteten in verantwortungsvolle Position

16.04.2026
Sie freuen sich über die erfolgreiche Vermittlung (v.l.): Arnd Thierfelder (IHK-Referent Fachkräftesicherung), Annette Nothnagel (Geschäftsführerin der LAGA Neuss 2026 GmbH), Bauingenieur und Architekt Andrii Safronov, Olha Gibert (Verein „NEUSS HILFT“), Petra Lennertz (Vorstand des Vereins „NEUSS HILFT“) sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.
Sie freuen sich über die erfolgreiche Vermittlung (v.l.): Arnd Thierfelder (IHK-Referent Fachkräftesicherung), Annette Nothnagel (Geschäftsführerin der LAGA Neuss 2026 GmbH), Bauingenieur und Architekt Andrii Safronov, Olha Gibert (Verein „NEUSS HILFT“), Petra Lennertz (Vorstand des Vereins „NEUSS HILFT“) sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Viele der Geflüchteten, die aus der Ukraine nach Deutschland gekommen sind, möchten so schnell wie möglich eine Arbeit aufnehmen. Wie eine gelungene Kooperation zur erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt beitragen kann, das zeigt die Zusammenarbeit zwischen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, der Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH (LAGA) und des gemeinnützigen Vereins „NEUSS HILFT“.

Ausgangspunkt war die Anfrage der LAGA Neuss 2026 GmbH an die IHK, ob sie bei der Besetzung offener Stellen helfen könne. „In einem ersten Austausch wurden gemeinsam mit dem Personalverantwortlichen die konkreten Anforderungen und Rahmenbedingungen für die zu besetzende Position definiert“, sagt Arnd Thierfelder, IHK-Referent Fachkräftesicherung. Im nächsten Schritt nahm die IHK Kontakt zu verschiedenen Netzwerken auf, darunter auch zur Initiative „NEUSS HILFT“, um gezielt geeignete Kandidatinnen und Kandidaten anzusprechen. Die Initiative ,Learning by Doing – Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Ukrainer*innen‘ wurde im Februar 2023 von uns ins Leben gerufen“, erklärt Petra Lennertz, Vorstand des Vereins „NEUSS HILFT“. Ziel dieser Initiative sei es, pragmatisch und unbürokratisch Arbeitssuchende und Unternehmen zusammenzubringen und Hürden der Arbeitsvermittlung – wie mangelndes Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt, persönliche Unsicherheit, Frage nach Anerkennung der Abschlüsse oder Sprachbarrieren – abzubauen. Mit Erfolg.

„Es entstand ein enger Austausch mit der IHK und dem Jobcenter, aber auch Unternehmen kamen mit Stellenangeboten auf uns zu“, so Lennertz weiter. Informationsveranstaltungen wurden organisiert, Praktika und feste Anstellungen vermittelt. „Durch unseren Kontakt in die ukrainische Community konnten Stellenangebote genauso wie Stellengesuche der Ukrainerinnen und Ukrainer unbürokratisch ausgetauscht werden.“ Und genau so ist Andrii Safronov zur Landesgartenschau gekommen. Der Bauingenieur und Architekt ist 2022 nach Deutschland gekommen und seit mehr als einem Jahr als Projektleiter bei der LAGA Neuss 2026 GmbH fest angestellt. „Der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt war für mich anfangs mit vielen Unsicherheiten verbunden – vor allem wegen der Sprache und der 

Anerkennung meiner Qualifikationen“, sagt Safronov, der in der Ukraine zwei Universitätsabschlüsse erworben hat. Durch die Unterstützung der Initiative und die Offenheit der Landesgartenschau habe er aber schnell Vertrauen gefasst. Heute sei er sehr dankbar, seine Erfahrung als Bauingenieur und Architekt einbringen zu können und Teil eines engagierten Teams zu sein.

Ein Kompliment, das Annette Nothnagel, Geschäftsführerin der LAGA Neuss 2026 GmbH, nur zurückgeben kann. „Die Suche nach qualifizierten Fachkräften war insbesondere für das Planen und Bauen herausfordernd. Da hat sich die Bewerbung von Andrii Safronov, die durch die enge Zusammenarbeit von IHK und ,NEUSS HILFT‘ zustande kam, als echter Glücksfall erwiesen.“ Fehlende Sprachkenntnisse habe er durch seine hohe fachliche Kompetenz und Beharrlichkeit trotz komplexer Aufgaben schnell wettmachen können. Andrii Safronov sei aber nicht nur fachlich, sondern auch menschlich eine große Bereicherung für das gesamte Team.

„Dieses Beispiel unterstreicht, wie wirkungsvoll die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Institutionen und zivilgesellschaftlichen Initiativen sein kann“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Gleichzeitig zeige es, welches Potenzial in der gezielten Ansprache internationaler Fachkräfte liegt. „Die erfolgreiche Vermittlung macht deutlich: Kooperation funktioniert – und sie lohnt sich. Unternehmen sind daher ausdrücklich eingeladen, ihre offenen Stellen an die IHK zu melden, um gemeinsam passende Fachkräfte zu finden und neue Perspektiven zu eröffnen.“

Alle Infos zum Thema Rekrutierung von Fachkräften gibt es auf der IHK-Website unter:

mittlerer-niederrhein.ihk.de/P264

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