Mittelstandsorientierte Verwaltung: IHK begrüßt Antrag
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein begrüßt den Antrag der Verwaltung der Stadt Meerbusch, der einen Beitritt der Stadt zur „Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen e. V.“ sowie die Einführung des RAL-Gütezeichens „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“ vorsieht. Eine entsprechende Stellungnahme hat die IHK Bürgermeister Christian Bommers sowie den Fraktionsvorsitzenden übermittelt. „Wir wünschen uns, dass die politischen Gremien der Stadt den Antrag positiv bescheiden“, erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK. Bereits am Dienstag, 12. Mai, steht der Antrag zur Abstimmung auf der Tagesordnung des Haupt-, Finanz- und Innovationsausschusses.
Das RAL-Gütezeichen legt klare, überprüfbare Maßstäbe für eine leistungsfähige Verwaltung fest. Dazu gehören vor allem verlässliche und zügige Bearbeitungszeiten bei Bauanträgen sowie eine fristgerechte Abwicklung von Zahlungsprozessen. „Gerade angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen und zunehmend komplexer Genehmigungsverfahren ist eine effiziente, serviceorientierte und wirtschaftsfreundliche Verwaltung ein entscheidender Standortfaktor. Kommunen können sich damit im Wettbewerb um Unternehmen deutlich besser positionieren und so den Unterschied machen“, erklärt Steinmetz.
Die Mitgliedschaft in der Gütegemeinschaft bietet aus Sicht der IHK Kommunen strukturelle Vorteile: Verwaltungsprozesse werden verschlankt, Genehmigungsverfahren werden beschleunigt und die Kommunikation zwischen Betrieben und Behörden wird verbessert. Gleichzeitig wirkt das RAL-Gütezeichen als kontinuierlicher Qualitätsmaßstab, der Verwaltungsprozesse systematisch weiterentwickelt und messbar macht. „Gerade die aktuellen Rückmeldungen der Unternehmen zeigen, dass es bei den kommunalen Leistungen in Meerbusch auch noch Potenziale zur Verbesserung gibt“, so Steinmetz weiter.
Die jüngste im November vorgestellte Standortanalyse der IHK hat gezeigt, dass die Meerbuscher Unternehmen einige kommunale Leistungen kritisch bewerten. So wurden die Reaktionszeiten und auch die Erreichbarkeit/Öffnungszeiten schlechter bewertet als im regionalen Durchschnitt. „Meerbusch braucht schnellere Prozesse für Unternehmensverfahren: digital, transparent, mit verbindlichen Bearbeitungszeiten. Vor diesem Hintergrund halten wir es für sinnvoll, sich dem Zertifizierungsprozess zu stellen“, erklärt Steinmetz.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Außenwahrnehmung der Kommune im Wettbewerb um Investitionen und Fachkräfte. Einheitliche Standards und nachvollziehbare Qualitätsprozesse erhöhen die Transparenz und schaffen Vertrauen bei Unternehmen. Zudem profitieren teilnehmende Kommunen vom strukturierten Erfahrungsaustausch innerhalb der Gütegemeinschaft sowie von erprobten Best-Practice-Ansätzen anderer Mitglieder. „Eine zertifizierte, mittelstandsorientierte Verwaltung ist kein Selbstzweck, sondern ein echter Standortvorteil im Wettbewerb um Zukunftsfähigkeit“, so Steinmetz.
Die IHK begrüßt zudem, dass sich die Verwaltung selbst diesem Prozess stellen möchte und das Thema auf die Agenda gesetzt hat. „Dies unterstreicht den klaren Gestaltungswillen der Stadt, die Verwaltungsprozesse konsequent weiterzuentwickeln und den Standort Meerbusch nachhaltig zu stärken. Damit ist zugleich eine gute Ausgangsbasis geschaffen, um den Zertifizierungsprozess zielgerichtet und erfolgreich umzusetzen“, betont Steinmetz abschließend.
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