Wie KI-Assistenten Unternehmen verändern
„Aktueller geht es nicht!“ Mit diesen Worten führte Moderator Prof. Dr. Thomas Merz in einen informativen Abend in Grefrath ein: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Forum Zukunft hatten die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen mbH (WFG) und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein den KI-Pionier und mehrfachen Startup-Gründer Dominic von Proeck in die Räume der CONPOWER Betrieb GmbH eingeladen. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung gefolgt. In der großen Halle war kein Platz mehr frei.
In einer kurzen Begrüßungsrunde betonte Landrat Bennet Gielen, dass KI kein Selbstzweck sei, sondern unter anderem dazu beitragen könne, Bürokratie abzubauen und Verfahren zu beschleunigen. Angst vor einem „Jobkiller“ habe er nicht, ergänzte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels kann die Technologie seiner Ansicht nach vielmehr dazu beitragen, den Arbeitskräftemangel abzumildern.
Wie dies in der Praxis aussehen kann, machte Dominic von Proeck in seiner Keynote „Wie KI-Assistenten Unternehmen skalieren“ deutlich. Sie heißen Hansi, Lea, Fred und Paula: Aktuell setzt das Unternehmen 53 KI-Assistenten ein, die Teams bilden, jeweils über eine eigene Personalakte verfügen und mit denen regelmäßig Feedbackgespräche geführt werden. „Der Hansi ist ein sehr zuverlässiger Mitarbeiter. Wenn er sagt, er erledigt etwas am Dienstag um 8 Uhr, dann kann ich mich darauf verlassen“, so der Redner.
Generiert und kontrolliert werden diese künstlichen Mitarbeitenden von den zehn echten Menschen im Unternehmen. Gestartet wurde dieser massive KI-Einsatz im Marketing. „Seit anderthalb Jahren haben wir KI-Assistenten entlang der gesamten Wertschöpfungskette implementiert – zum Beispiel im Vertrieb oder im HR-Bereich“, so der Referent. Auf einem großen Bildschirm teilte er Best Practices für den Einsatz von KI-Assistenten. Binnen weniger Minuten war zum Beispiel die auf Datenschutz spezialisierte Juristin „Dr. Petra Schneider“ erstellt.
Eine wichtige Botschaft des Abends lautete, keine Berührungsängste vor der revolutionären Technologie zu haben: „Wir sind alle Schüler, wenn es um den Einsatz von KI geht“, gab selbst der KI-Experte zu. Kleinen und mittleren Unternehmen rät er, es einfach mal auszuprobieren. An welchen Stellen KI unterstützen kann und welche Grenzen ihr gesetzt werden, müsse jedes Unternehmen individuell für sich herausfinden und entscheiden, so Dominic von Proeck.
Im Anschluss ergab sich eine rege Diskussion und Fragerunde mit Pro und Contra zu Künstlicher Intelligenz. „Niemand hat eine Vorstellung davon, wie wir in fünf Jahren arbeiten werden“, so Dominic von Proeck. Aber: „Die Zukunft ist auf jeden Fall menschlich.“ Es gehe immer darum, dass durch den bewussten Einsatz von KI mehr Zeit für den menschlichen Austausch bleibe.
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