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Malaysia

Grafische Header‑Collage mit einer Gruppe von Menschen in einer städtischen Umgebung, der Skyline von Kuala Lumpur mit den Petronas Towers sowie dem IHK‑Pocket‑Guides‑Design und der malaysischen Flagge.

Die Verhaltenstipps und eine Zusammenfassung unseres Ratgebers zum interkulturellen Umgang in Malaysia stellen wir Ihnen zum Download zur Verfügung. Rufen Sie sich die PDF-Datei auf und speichern Sie sie auf Ihrem Mobilgerät (Tablet/Smartphone).

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Malaysia zählt zu den dynamischsten Wirtschaftsstandorten Südostasiens und bietet deutschen Unternehmen vielfältige Geschäftschancen. Gleichzeitig ist es ein vielfältiges, multikulturelles Land, in dem drei große Bevölkerungsgruppen – Malaien, chinesische Malaysier und indische Malaysier – seit Jahrhunderten zusammenleben und das soziale, kulturelle und geschäftliche Leben prägen. Diese Vielfalt spiegelt sich in Religion, Sprache und Verhaltensnormen wider und macht Malaysia zu einem komplexen und äußerst spannenden Umfeld für internationale Geschäftsbeziehungen.

Um in Malaysia erfolgreich zu agieren, ist es notwendig, die kulturellen Werte und Erwartungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu verstehen und die eigene Kommunikation respektvoll und sensibel daran anzupassen.

Der folgende Überblick gibt praxisnahe Einblicke in die gesellschaftlichen Werte, Kommunikationsstile und Geschäftspraktiken Malaysias. Er zeigt auf, wie kulturelle Unterschiede das berufliche Miteinander prägen und worauf deutsche Unternehmen und Fachkräfte im Kontakt mit malaysischen Partnern besonders achten sollten.

Gesellschaft & Wertvorstellung

Überblick

Aufgrund ihrer multikulturellen Zusammensetzung ist die malaysische Gesellschaft stark von der Idee sozialer Harmonie geprägt. Offene Konfrontationen oder direkte Kritik werden vermieden, da sie als unhöflich gelten und zu Disharmonie führen können. Stattdessen bemühen sich Malaysierinnen und Malaysier aller Ethnien, Konflikte im persönlichen Austausch oder auf diplomatischem Weg zu entschärfen. Harmonie, Respekt und ein freundlicher Umgangston bestimmen das soziale Miteinander.

Kulturstandards

Vergleich

Deutschland

  • Sachorientierung: Es gibt eine starke Aufgabenorientierung. Eigenständigkeit sowie eine Argumentation mit Fakten, Zahlen und Daten werden geschätzt. Vertrauen entsteht durch zuverlässige Zusammenarbeit.
  • Leistungsorientierung: Führung wird akzeptiert durch Leistung und Qualifikation, auch jüngerer Führungskräfte.
  • Regelorientierung: Es gibt zahlreiche Regeln und Strukturen zur Risikominimierung. Uneindeutigkeit wird vermieden durch Gesetze und Vorschriften.
  • Individualismus: Die Freiheit des Einzelnen ist wichtig. Bindungen zwischen den Individuen sind locker. Der Selbstverwirklichung wird ein hoher Stellenwert eingeräumt.
  • Low-Context Culture: Geschätzt werden klare, eindeutige, unmissverständliche Botschaften. Direktes, „ehrliches“ negatives Feedback ist möglich.
  • Zeitverständnis: In Deutschland wird großer Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Aufgaben und Projekte werden sequenziell erledigt – möglichst ohne Unterbrechungen und Störungen der Agenda. Eine gute Organisation wird wertgeschätzt. 
  • Trennung von Arbeits- und Privatbereichen: Beruf und Privates werden ungern vermischt.

Malaysia

  • Beziehungsorientierung: Harmonische zwischenmenschliche Beziehungen, Respekt und Toleranz haben Priorität. Alles, was man sagt oder tut, sollte dem Erhalt von Beziehungen dienen.
  • Hierarchieorientierung: Bewusstsein für Hierarchien ist stark ausgeprägt. Status wird u.a. durch Alter, soziale Rolle und familiäre Beziehungen definiert. Es wird erwartet, dass die Leute in ihrer Sprache und ihrem Verhalten ältere Menschen respektieren. Führungspersonen werden oft als „weise Ältere“ angesehen und ihre Autorität wird oft nicht hinterfragt.  
  • Kollektivismus: Gute Zusammenarbeit kann nur entstehen, wenn man sich gut kennt und gemeinsame Werte teilt. Ganz nach dem Konzept „gotong royong“ (gemeinschaftliche Zusammenarbeit, gegenseitige Hilfe und Solidarität) verhält man sich innerhalb der „Familie“ oder Gruppe stark gruppenorientiert, individuelle Interessen treten häufig zurück.
  • High-Context Culture: Kommuniziert wird eher indirekt und stark kontextbezogen. Respektvolle, harmonische Kommunikation ist wichtiger als das direkte „Was. Die Kommunikation ist personenorientiert und dient dazu, die Beziehung zu pflegen.
  • Polychrones Zeitverständnis: Für Malaysier ist Zeit etwas Subjektives und Relatives. Malaysier zielen darauf ab, auf sich bietende Chancen schnell, flexibel und personenorientiert reagieren zu können. Indischer Malaysier und Malaien haben grundsächlich ein stärker ausgeprägtes polychrones Zeitverständnis als die Chinesen.
  • Wenig Trennung von Arbeits- und Privatbereich: Berufliches und privates Leben sind oft eng miteinander verwoben. Beziehungen und soziale Netzwerke beeinflussen Entscheidungen maßgeblich.
Grafik zeigt zwei stilisierte Hände, die sich zum Handschlag treffen. Die linke Hand ist mit einem roten Ärmel, die rechte mit einem blauen Ärmel dargestellt. Rechts oben befindet sich ein rundes Icon mit der Flagge Malaysias.

Erste Begegnung

Begrüßung

In Malaysia ist die erste Begegnung ein wichtiger Moment, bei dem Höflichkeit und Respekt im Vordergrund stehen. Der Ablauf der Begrüßung hängt stark von der ethnischen Zugehörigkeit der Gesprächspartner ab.

  • Malaien bevorzugen einen sanften Händedruck, oft begleitet von einem freundlichen Lächeln. Muslimische Frauen geben nicht immer die Hand, insbesondere wenn sie religiös konservativ sind; daher sollte man stets abwarten, ob sie den Händedruck initiieren. Häufig legen Malaien nach dem Händedruck die rechte Hand an die Brust – eine Geste der Aufrichtigkeit und des Respekts, die man als Besucher ebenfalls freundlich erwidern kann.
  • Chinesische Malaysier begrüßen sich normalerweise mit einem leichten, aber sicheren Händedruck. Ein Lächeln zeigt Wohlwollen. Ranghöhere Personen werden immer zuerst begrüßt, da Status und Hierarchie eine große Rolle spielen.
  • Bei indischen Malaysiern ist der Händedruck oft etwas fester und Begrüßungen erfolgen häufig in Englisch. Ebenso wie bei malaiischen Frauen überlässt man grundsächlich den Malaysierinnen die Initiative bei der Begrüßung.

Visitenkarten

Visitenkarten haben in Malaysia eine große Bedeutung. Sie werden immer mit beiden Händen überreicht und angenommen, ähnlich wie in anderen asiatischen Ländern. Es zeigt Respekt, die Karte kurz anzusehen, bevor man sie sorgfältig weglegt. Englischsprachige Visitenkarten sind völlig ausreichend, mehrsprachige Karten werden jedoch gerne gesehen. Besonders kann der akademische oder berufliche Titel auf der Visitenkarte das Ansehen stärken.

Anrede

Bei der Anrede ist die Herkunft des Gegenübers ausschlaggebend. Titel bzw. Positionen des Gegenübers sollten genannt werden, wenn sie vorhanden sind.

Malaien: 

  • Jeder muslimische Mann ist unter seinem Vornamen bekannt, gefolgt von „bin“ [Sohn von] und dem Namen seines Vaters.
    Halim bin Razak, Anrede = Halim
  • Eine malaiische Frau wird durch ihren Vornamen plus „binti“ [Tochter von] identifiziert, gefolgt vom Namen ihres Vaters. 
    Prof. Halimah binti Abdullah, Anrede = Prof. Halimah

Chinesen:

  • Der chinesische Name folgt diese Reihenfolge: Familienname, Generationsname und Vorname. Generations- und Vornamen können durch ein Leerzeichen oder einen Bindestrich getrennt werden:
    Lim Chok Tong, Anrede = Mr. Lim oder Chok Tong
  • Eine chinesische Ehefrau behält in der Regel ihren Mädchennamen:
    Tan Siew Ling, Anrede = Madam Tan oder Miss Tan
  • Viele malaysische Chinesen und Inder nehmen einen englischen Vornamen an, damit die Westler sie leichter ansprechen können.

Inder:

  • Traditionell haben Hindus keine Familiennamen. Stattdessen verwendet ein Hindu-Mann zunächst den Anfangsbuchstaben des Namens seines Vaters, gefolgt von seinem persönlichen Namen.
    K. Balakrishnan, Anrede = Mr. Balakrishnan oder Bala [Kosename]
  • Indische Frauennamen folgen dem gleichen Muster, mit dem Anfangsbuchstaben des Vaters und dem persönlichen Namen. Wenn eine Inderin heiratet, verwendet sie in der Regel den Anfangsbuchstaben des Mannes.
  • Indische Sikhs haben einen Vornamen, gefolgt von „Singh” [für Männer] oder „Kaur” [für Frauen]. Sprechen Sie indische Sikhs daher immer mit ihrem Titel und Vornamen an:
    Rangit Singh, Anrede = Mr. Rangit
    Dr. Amritpal Kaur, Anrede = Dr. Amritpal

Kleidung

Kleidung sollte bei Geschäftsterminen gepflegt, konservativ und respektvoll sein. In stärker muslimisch geprägten Umgebungen sollten sowohl Männer als auch Frauen auf angemessene Bedeckung achten. Männer erscheinen üblicherweise in Hemd und langer Hose.

Eine Jacke ist bei formellen Geschäftsterminen angebracht. Bei formellen Abendessen kann auch ein Batik-Hemd getragen werden. Als traditionell gemustertes Hemd ist es  ein besonderes Zeichen kulturellen Respekts.

Frauen kleiden sich dezent, vermeiden tiefe Ausschnitte und wählen Kleidungsstücke, die Schultern und Knie bedecken. Farben sollten unaufdringlich sein, um Seriosität zu vermitteln.

Grafik zeigt drei stilisierte Sprechblasen in Schwarz, Blau und Rot, die sich überlappen und Kommunikation symbolisieren. Rechts oben befindet sich ein rundes Icon mit der Flagge Malaysias.

Die Konversation

Smalltalk

Smalltalk ist der Einstieg in jedes geschäftliche Gespräch in Malaysia. Ohne diesen entspannten Einstieg entsteht selten die vertrauensvolle Atmosphäre, die für Geschäftsbeziehungen erforderlich ist. Gespräche beginnen meist mit unverfänglichen Themen.

Themen

Die vielfältige malaysische Küche ist ein häufiges und sehr willkommenes Thema. Malaysier sprechen gerne über lokale Spezialitäten, besondere Essensorte oder regionale Unterschiede in Gerichten. Familie ist ebenfalls ein beliebtes Thema – allerdings ohne zu persönlich zu werden. Auch die Sehenswürdigkeiten oder wirtschaftlichen Entwicklungen eignen sich gut als Gesprächsstoff.

Es ist ratsam, sensible Themen wie Politik, ethnische Fragen oder Religion zu vermeiden, da diese Bereiche in Malaysia vielschichtig und potenziell konfliktreich sind. Direkte Kritik am Land oder seiner Geschichte wirkt taktlos. Humor ist willkommen, sollte jedoch freundlich, respektvoll und nicht sarkastisch sein.

Stil

Der malaysische Kommunikationsstil ist indirekt und diplomatisch. Ein direktes Nein wird in der Regel vermieden. Stattdessen hört man Formulierungen wie „Wir prüfen das noch“, „Das könnte schwierig werden“ oder „Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt“. Diese Aussagen sind höfliche Andeutungen einer Ablehnung. Ein lauter oder konfrontativer Tonfall wirkt unhöflich. Die Menschen in Malaysia legen großen Wert auf Selbstbeherrschung und eine höfliche Ausdrucksweise.

Grafik zeigt drei stilisierte Personen an einem Tisch, darüber drei Sprechblasen in Rot, Blau und Schwarz als Symbol für Kommunikation und Austausch. Rechts oben befindet sich ein rundes Icon mit der Flagge Malaysias.

Die Geschäftsverhandlung

Vorbereitung

Geschäftsverhandlungen in Malaysia erfordern Geduld, Respekt und Fingerspitzengefühl. Eine gründliche Vorbereitung ist essenziell, insbesondere da das Verhalten von der ethnischen Gruppe der Geschäftspartner abhängt.

  • Malaien legen Wert auf eine höfliche, harmonische Atmosphäre. Sie akzeptieren „fremde” Konzepte nur, wenn sie im Großen und Ganzen mit der islamischen Religion vereinbar sind. Entscheidungen werden oft auf Gruppenebene getroffen und nicht von Einzelpersonen. Dies geschieht meistens intern oder hinter den Kulissen.
  • Chinesische Malaysier agieren geschäftlich oft direkter als Malaien, dabei aber weiterhin respektvoll und höflich. Familienunternehmen spielen eine wichtige Rolle, und Entscheidungen hängen häufig von Familiennetzwerken ab. Strategische Planung, langfristige Beziehungen und das Einhalten von Verpflichtungen sind für chinesische Malaysier von großer Bedeutung. In manchen Fällen werden auch kulturelle Traditionen wie die Konsultation eines Astrologen berücksichtigt, sodass sich die Unterzeichnung eines Vertrags bis zum Eintreffen eines „glücklichen” Tages verzögern kann.
  • Bei indischen Malaysiern herrscht ein stärker formalisierter Kommunikationsstil, und Bildung sowie Titel werden besonders geschätzt. Im Vergleich zu den Chinesen und Malaien sind Inder in der Kommunikation direkter.

Ablauf

In der Regel beginnen Verhandlungen selten mit der Sache selbst. Zunächst wird Vertrauen aufgebaut. Erst wenn eine persönliche Ebene hergestellt ist, wendet man sich geschäftlichen Punkten zu.

Abschluss

Das malaysische Rechtssystem und die Verfassung sind stark vom britischen System geprägt. Verträge werden ernst genommen, aber häufig eher als Grundgerüst betrachtet, das im Verlauf der Zusammenarbeit flexibel ausgelegt werden darf. Drängen wird als unangemessen empfunden und kann zu Verzögerungen oder Ablehnung führen. Entscheidungen werden oftmals lange intern diskutiert, und selbst nach einer scheinbaren Einigung kann es zu Änderungen kommen, wenn die Gruppenharmonie es erfordert.

Grafik zeigt ein stilisiertes Essenssymbol: ein Teller mit Gabel und Löffel in Blau sowie rote Essstäbchen diagonal davor. Rechts oben befindet sich ein rundes Icon mit der Flagge Malaysias.

Das Geschäftsessen

Einladung

Geschäftsessen sind in Malaysia gängige Gelegenheiten, um Beziehungen zu vertiefen. Der Gastgeber bzw. die Gastgeberin spricht die Einladung aus und übernimmt in der Regel die Rechnung. Viele Firmen wählen halal-zertifizierte Restaurants, insbesondere wenn malaiische Geschäftspartnerinnen und -partner beteiligt sind. Der Gastgeber bzw. die Gastgeberin wählt das Restaurant und die Speisen aus, wobei darauf geachtet wird, dass alle Gäste – unabhängig von ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit – angemessene Optionen erhalten.

Sitzordnung

Gäste nehmen erst dann Platz, wenn die gastgebende Person dazu auffordert; sie bestimmt die Sitzverteilung und berücksichtigt dabei sowohl Hierarchie als auch kulturelle Sensibilität. In Gruppen, in denen chinesisch-malaysische Geschäftspartnerinnen und -partner vertreten sind, wird der Bedeutung der Sitzordnung zusätzliche Aufmerksamkeit geschenkt, da Respekt und Harmonie eng mit der richtigen Platzierung verknüpft sind.

Speisen

Die Speisen werden häufig in der Mitte des Tisches serviert und es wird erwartet, dass jeder von jedem Gericht probiert. Schweinefleisch ist bei muslimischen Gästen tabu und sollte generell aus Respekt vermieden werden.

Trinkrituale

Alkohol wird bei malaiischen Gastgeberinnen und Gastgebern nicht serviert. In chinesisch-indischen Kreisen kann hingegen Alkohol angeboten werden. Der traditionelle Ausruf „Yam Seng!“ wird gemeinsam lautstark zelebriert und soll Glück, Wohlstand und eine erfolgreiche Zusammenarbeit symbolisieren. Es versteht sich aber von selbst, dass niemand gedrängt wird, Alkohol zu trinken.

Tischmanieren

Essverhalten und Tischmanieren in Malaysia betonen Zurückhaltung, Respekt und Höflichkeit. Laute Essgeräusche werden – im Gegensatz zu manchen ostasiatischen Ländern – eher vermieden.

Grafik zeigt ein rotes Kreis-Symbol mit einer geöffneten blauen Tür in der Mitte, als Zeichen für Einladung oder Zugang. Rechts oben befindet sich ein rundes Icon mit der Flagge Malaysias.

Private Einladungen

Vertrauensbeweis

Private Einladungen ins eigene Zuhause sind in Malaysia nicht alltäglich, insbesondere im geschäftlichen Kontext. Wenn ein Gastgeber bzw. eine Gastgeberin – ob malaiisch, chinesisch-malaysisch oder indisch-malaysisch – Gäste zu sich nach Hause einlädt, ist dies ein Zeichen besonderen Vertrauens und persönlicher Wertschätzung. Sehr viel häufiger finden Treffen in Restaurants, Cafés oder auch Hotel-Lounges statt.

Open House

Ein besonderes kulturelles Merkmal Malaysias ist das sogenannte „Open House“, das vor allem während großer Feste wie Hari Raya, Chinese New Year oder Deepavali stattfindet. Familien öffnen ihr Zuhause für Freunde, Kollegen und manchmal auch Geschäftspartnerinnen und -partner, die frei ein- und ausgehen dürfen, um gemeinsam zu essen, Kontakte zu pflegen und die festliche Gastfreundschaft zu erleben. „Open House“ steht für Gemeinschaft, Großzügigkeit und den multikulturellen Geist Malaysias und bietet einen seltenen, authentischen Einblick in das soziale Leben des Landes.

Geschenke

Es ist höflich, kleine Aufmerksamkeiten wie Süßigkeiten deutscher Marken, Tee, Kaffee oder Souvenirs aus dem Heimatland mitzubringen. Dabei ist die religiöse Zugehörigkeit der gastgebenden Person zu beachten:

  • Für muslimische Malaien eignen sich vor allem neutrale, halal-unbedenkliche Geschenke wie verpackte Süßigkeiten ohne Gelatine, hochwertige Datteln, Tee, Kaffee oder kleine dekorative Gegenstände. Alkoholische Getränke und Produkte aus Schweinefleisch sollten unbedingt vermieden werden.
  • Chinesische Malaysier freuen sich häufig über schön verpackte Lebensmittel, Gebäck oder kleine symbolische Geschenke. Verpackungen in Rot oder Gold gelten als glücksbringend, während Weiß oder Schwarz traditionell mit Trauer verbunden sind.
  • Bei indischen Malaysiern kommen Gewürze, Süßigkeiten (z. B. Pralinen oder Kekse) und kleine, farbenfrohe Dekorationsartikel gut an. Wenn die Familie hinduistisch ist, sollten Rindprodukte ausgeschlossen werden.

In allen Fällen sind Geschenke eher symbolisch zu verstehen und sollen Wertschätzung ausdrücken, nicht den materiellen Wert.

Pünktlichkeit

Pünktlichkeit wird in Malaysia geschätzt, aber nicht zu streng gesehen. Eine geringe Verspätung ist üblicherweise kein Problem, besonders im privaten Kontext. Bei längerer Verzögerung sollte der Gastgeber bzw. die Gastgeberin höflich informiert werden.

Etikette

Beim Betreten des Hauses ist es üblich, die Schuhe auszuziehen, insbesondere in malaiischen und indischen Haushalten, wo dies aus kulturellen oder religiösen Gründen erwartet wird.

Information

Nützliche Adressen und weitere Links

Autorin & Quellen

Molly Ng ist Sino-Malaysierin und verfügt über langjährige Erfahrung in der interkulturellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ost- bzw. Südostasien, insbesondere Malaysia und Singapur. Sie verbindet Industrie- und Forschungstätigkeiten in Südostasien mit einem akademischen Hintergrund in Chemie, Südostasienwissenschaft und Psychologie. 

  • Thomas, A., Kautz, J. & Bier, C. (2006): Beruflich in Malaysia. Göttingen.
  • Abdullah, A. & Pedersen, P. B. (2006): Understanding Multicultural Malaysia. Selangor.
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