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Ausbildungsbetriebe fordern bessere Voraussetzungen

22.09.2026

Die aktuelle Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein zeigt: Die Fachkräftesicherung durch Ausbildung bleibt für die Unternehmen in der Region eine große Herausforderung. Und: Die Unternehmen am Mittleren Niederrhein investieren weiterhin in die Ausbildung junger Menschen. Gleichzeitig sehen sie sich zunehmend mit Herausforderungen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen, Defiziten in der Ausbildungsreife vieler Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie strukturellen Hürden konfrontiert. An der Umfrage beteiligten sich 210 Betriebe und Institutionen aus dem Kammerbezirk – Krefeld, Mönchengladbach, Rhein Kreis Neuss und Kreis Viersen. 170 von ihnen bilden derzeit aus und stellen insgesamt 799 Ausbildungsplätze bereit. Bundesweit beteiligten sich 14.058 Unternehmen.

„Besonders problematisch bleibt die Besetzung offener Ausbildungsplätze“, fasst IHK-Geschäftsführerin Daniela Perner zusammen. Knapp die Hälfte der Unternehmen berichtete, dass Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Als häufigster Grund werden fehlende geeignete Bewerbungen genannt. Auch fehlende Bewerbungen insgesamt sowie vorzeitige Vertragsauflösungen oder nicht angetretene Ausbildungsverhältnisse erschweren die Nachwuchsgewinnung. Besonders deutlich fällt die Einschätzung der Unternehmen zur Ausbildungsreife heutiger Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus: 92 Prozent der Ausbildungsbetriebe stellen Mängel bei Bewerberinnen und Bewerbern fest. Lediglich acht Prozent sehen keine entsprechenden Defizite.

Als größte Herausforderungen nennen die Betriebe fehlende Belastbarkeit (54 Prozent), mangelnde mentale Leistungsfähigkeit (51 Prozent), Defizite bei Disziplin (47 Prozent) sowie unzureichende schulische Basiskenntnisse, beispielsweise in Mathematik oder Wirtschaft (40 Prozent). „Viele Unternehmen reagieren darauf mit zusätzlichen Unterstützungsangeboten wie Nachhilfe, Mentorenprogrammen, Praktika oder Einstiegsqualifizierungen“, so Perner.

Neben den Herausforderungen im Bewerbermarkt rückt auch die Wohnraumsituation für Auszubildende verstärkt in den Fokus. 43 Prozent der Unternehmen sprechen sich für einen einfacheren Zugang zu finanziellen Hilfen für Auszubildende aus. 34 Prozent wünschen sich Angebote zur Wohnraumvermittlung, und 29 Prozent fordern grundsätzlich mehr geförderten Wohnraum für junge Menschen. Die Ergebnisse zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum zunehmend zu einem wichtigen Faktor für die Gewinnung und Bindung von Auszubildenden wird.

Künstliche Intelligenz wird von den Unternehmen zunehmend als wichtiger Zukunftsfaktor für die Ausbildung bewertet. Bereits 69 Prozent der Betriebe messen KI eine mittlere, hohe oder sehr hohe Bedeutung für die Berufsausbildung bei. Dagegen sehen lediglich acht Prozent keine Bedeutung von KI in diesem Bereich. Als wichtigste Einsatzfelder werden die Lehre und Prüfungsvorbereitung sowie die Dokumentation genannt. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass viele Unternehmen noch am Anfang stehen: Rund 46 Prozent geben an, KI derzeit noch nicht aktiv in der Ausbildung einzusetzen.

Perner: „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unternehmen weiterhin auf ausreichende Bewerberzahlen, bessere Ausbildungsstartkompetenzen und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen sind, um ihren Fachkräftebedarf langfristig über Ausbildung sichern zu können. Aber auch, dass die Unternehmen der Region weiterhin bereit sind, Verantwortung für die Fachkräftesicherung zu übernehmen. Damit Ausbildung erfolgreich bleibt, braucht es jedoch verbesserte Rahmenbedingungen.“ Dazu zählen eine stärkere Förderung der Ausbildungsreife junger Menschen, mehr Unterstützung bei der Besetzung offener Ausbildungsplätze sowie bessere Bedingungen für bezahlbaren Wohnraum. Gleichzeitig bietet der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz neue Chancen, die berufliche Ausbildung zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Die komplette Ausbildungsumfrage gibt es online unter:

mittlerer-niederrhein.ihk.de/P621

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