Industrie-Umsätze in der Region entwickeln sich unterschiedlich
Die Industrie in Krefeld hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatzzuwachs erzielt. Das zeigt eine Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auf Basis aktueller Daten von IT.NRW. „Das Umsatzplus ist ein positives Signal in einem insgesamt weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Allerdings zeigt der Blick auf die Exportentwicklung, dass die Entwicklung nicht uneingeschränkt positiv ist“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Trotz des positiven Quartalsergebnisses sieht die IHK daher noch keinen nachhaltigen Aufwärtstrend.
Mit einem Wachstum von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entwickelte sich die Industrie in Krefeld besser als am Mittleren Niederrhein insgesamt. Dort legten die Umsätze um 0,7 Prozent zu. Während die Inlandsumsätze der Krefelder Industrie im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16,5 Prozent zunahmen, gingen die Auslandsumsätze um 6,5 Prozent zurück. Damit wurde das Umsatzwachstum vollständig vom Inlandsgeschäft getragen. Die Entwicklung in Krefeld ist zudem etwas schwächer als in Nordrhein-Westfalen. Das verarbeitende Gewerbe in NRW meldete im zweiten Quartal um 3,1 Prozent höhere Umsätze als im Vorjahresquartal. Steinmetz betont die durch den Iran-Krieg gestiegenen Kosten der Betriebe: „Ein Umsatzplus von 2 bis 3 Prozent bedeutet nicht, dass die Gewinne im gleichen Maße steigen. Insbesondere Transportkosten waren zuletzt deutlich höher.“
Der Blick auf die größten Industriebranchen am Mittleren Niederrhein zeigt ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Die Metallerzeugung und -bearbeitung konnte ihre Umsätze um 18,5 Prozent steigern. Dagegen verzeichneten die Hersteller von Metallerzeugnissen (-22,9 Prozent), die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen (-19,3 Prozent) und der Maschinenbau (-10,2 Prozent) spürbare Rückgänge. Die Chemische Industrie als wichtigste Branche in Krefeld bewegte sich mit einem Minus von 0,4 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau.
„Gerade die Situation im Maschinenbau zeigt, dass viele Unternehmen weiterhin zurückhaltend investieren“, so Steinmetz. „Gleichzeitig bleibt die industrielle Entwicklung stark von den internationalen Märkten abhängig. Umso wichtiger sind wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen.“ Schließlich liegt die Exportquote der Industrie am Mittleren Niederrhein weiterhin bei knapp 56 Prozent und damit auf überdurchschnittlichem Niveau. Im Land kommt die Industrie lediglich auf eine Exportquote von 47 Prozent.
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