Unternehmen tauschen sich mit Polizei-Leiter aus
Betrachtet man die nackten Zahlen, dann hat sich die Sicherheitslage in den Städten und Gemeinden des Kreises Viersen positiv entwickelt. So gab es im vergangenen Jahr 14,8 Prozent weniger registrierte Straftaten als im Jahr zuvor. 2024 waren es 19.583, im vergangenen Jahr 16.683. Damit liegt die Zahl der registrierten Straftaten unter dem NRW-Durchschnitt. Das erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Regionalforums Kreis Viersen, zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein unter dem Thema „Sicherheit im Kreis Viersen“ eingeladen hatte, von Sebastian Wessel, dem Leiter der Abteilung Polizei im Kreis Viersen. Gastgeber des Netzwerktreffens war die WeGrow Germany GmbH & Co. KG in Tönisvorst.
„Kriminalität betrifft und trifft Unternehmen“, erklärte Rainer Höppner, Sprecher des Regionalforums und IHK-Vizepräsident, bei seiner Begrüßung. „Zum einen sind wir darauf angewiesen, dass die Menschen ein Gefühl von Sicherheit haben.“ Das sei für einen Wirtschaftsstandort elementar. „Zum anderen werden Unternehmen selbst Opfer von Cyberkriminalität, aber auch von Einbrüchen, Diebstahl und Vandalismus. Das kann mitunter geschäftsschädigend sein. Deshalb wollen wir den Austausch zwischen Wirtschaft und Sicherheitsbehörden intensivieren.“ Wessel begrüßte diesen Gedanken: „Der Blick auf die Zahlen ist das eine, wie Sie die Sicherheitslage aber einschätzen und sich fühlen, erfahren wir nur im persönlichen Austausch“, sagte er.
Darüber hinaus nannte Wessel weitere Zahlen: So gab es im vergangenen Jahr im Kreis Viersen 666 Ladendiebstähle, davon die meisten in Viersen (293) und in Nettetal (102), sowie 184 Taschendiebstähle, davon die meisten in Viersen (87) und in Tönisvorst (23).
„Wir sind auch auf Ihre Hinweise angewiesen, zum Beispiel über unser Beschwerdemanagement, aber auch über alle Polizeidienststellen und unter unserer Rufnummer 02162/3770. In einem akuten Fall selbstverständlich auch über die 110.“ Sobald die Polizei sicherheitsrelevante Brennpunkte ausgemacht habe, könne sie – auch in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kommune – taktische Schwerpunkte setzen.
Besonders sensibilisierte Wessel seine Zuhörinnen und Zuhörer für den Bereich Cyberkriminalität. „Die hat für Handel und Industrie eine besonders große Relevanz und kann existenzbedrohend sein“, betonte er. Als Beispiel nannte er neben der Ransomware die Betrugsmasche CEO-Fraud, bei der sich Täter als Person aus der Unternehmensführung ausgeben und die Überweisung hoher Geldsummen anweisen. „Ich rate Ihnen dringend, sich mit dem Phänomen CEO-Fraud zu befassen, das Wissen darüber ins Unternehmen zu tragen, die Mitarbeitenden zu sensibilisieren und ein Vier-Augen-Prinzip einzuführen.“
Schließlich appellierte er: „Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu uns auf. Wir haben zu den verschiedensten Themen Expertinnen und Experten und beraten zum Schutz vor Cyberkriminalität, aber auch zu Themen wie dem Gebäudeschutz dank unseres technischen Sicherheitsberaters.“ Außerdem bat er darum, „das Thema Sicherheit im unternehmerischen Alltag immer mitzudenken und zu überlegen, wie man Produkte sicherer machen kann und was man den Kundinnen und Kunden mit auf den Weg geben kann“. Das fange bei der Sensibilisierung der Kundschaft für ein hochwertiges Fahrradschloss an und höre bei der Ausstattung der eigenen Geräte mit GPS-Funktionen auf.
IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz wies am Ende nochmals auf die Relevanz des Themas vor allem auch für den Handel hin. „In unseren Standortanalysen fragen wir den Aspekt ‚Sicherheit in der Innenstadt‘ ab und sehen an den Ergebnissen, dass dieser Standortfaktor den Unternehmen sehr wichtig ist“, erklärte er. „In manchen Kommunen wird die Sicherheit in den Innenstädten als kritisch empfunden. Deswegen haben wir noch viel Informations- und Handlungsbedarf.
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Pressereferentin
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