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IHK-Analyse zur Finanzlage der Unternehmen

17.06.2026

Die Finanzlage der Unternehmen in der Region Mittlerer Niederrhein/Düsseldorf ist im Vergleich zum vergangenen Frühjahr weitgehend stabil geblieben. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf unter knapp 600 Unternehmen hervor. „Trotz der anhaltend schwachen konjunkturellen Lage hat sich der Anteil der Unternehmen mit einer finanziell unproblematischen Geschäftslage sogar leicht erhöht“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Allerdings gilt dies nicht für alle Branchen. „Die Finanzlage im Einzelhandel ist besorgniserregend“, so Steinmetz.

Die aktuelle Finanzlage ist wesentlich geprägt von:

Gesamtwirtschaft, Frühjahr 2026, in Prozent

Quelle: IHK Mittlerer Niederrhein & IHK Düsseldorf

63,4 Prozent aller Betriebe bewerten ihre Finanzlage als unproblematisch. Im vergangenen Frühjahr lag dieser Wert bei 62,5 Prozent, vor zwei Jahren noch bei 66,1 Prozent. Überdurchschnittlich positiv ist die Situation bei den Dienstleistungsunternehmen und im Großhandel: Gut 68 Prozent der Großhändler und 65 Prozent der Dienstleister bezeichnen ihre Finanzlage als unproblematisch.

Im Einzelhandel hingegen hat sich die finanzielle Situation weiter verschlechtert. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Finanzlage als unproblematisch einschätzen, ist erneut deutlich gesunken. Nur noch 48,5 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als nicht problematisch. Vor einem Jahr waren es noch 56 Prozent. „Die anhaltend niedrige Konsumneigung belastet die finanzielle Situation der Einzelhändler“, sagt Steinmetz. „Durch die lange Phase der Kaufzurückhaltung sind vielerorts die finanziellen Reserven aufgebraucht.“ Der IHK-Hauptgeschäftsführer führt die aktuelle Entwicklung insbesondere auf die Auswirkungen des Iran-Kriegs zurück. „Durch die höheren Kraftstoffpreise halten sich die Verbraucher, die ohnehin schon mit hohen finanziellen Belastungen konfrontiert sind, bei größeren Anschaffungen zurück“, so Steinmetz. Die Folge: Jeder vierte Händler berichtet inzwischen von Liquiditätsengpässen. Zudem geben 5,9 Prozent der Einzelhändler an, dass ihrem Unternehmen eine Insolvenz droht. „Nach mehreren Krisenjahren geht einigen Betrieben langsam die Luft aus“, erklärt Steinmetz.

Auch in den energieintensiven Industriebranchen hat sich die Finanzlage nach mehreren Krisenjahren verschlechtert. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Situation als unproblematisch bewerten, ist von 71,4 auf 58,8 Prozent zurückgegangen. „Mir bereitet Sorge, dass jeder fünfte Betrieb der energieintensiven Industrie über einen Rückgang des Eigenkapitals berichtet“, sagt Steinmetz. Es bestehe die Gefahr, dass dies mittelfristig zu Standortverlagerungen in Regionen mit besseren Wettbewerbsbedingungen führen könnte.

Ihr Insolvenzrisiko schätzen die Unternehmen ähnlich ein wie im Frühjahr 2025. Während vor einem Jahr 1,9 Prozent der Betriebe angaben, von einer Insolvenz bedroht zu sein, liegt dieser Anteil aktuell bei 2,0 Prozent. „Damit dürfte das Insolvenzgeschehen auf dem derzeit hohem Niveau bleiben“, erklärt Steinmetz. Von zunehmenden Forderungsausfällen berichten 10,1 Prozent der Unternehmen, nach 12,4 Prozent vor einem Jahr. „Dass dieser Wert nicht weiter gestiegen ist, ist eine gute Nachricht. Schließlich führen Forderungsausfälle zu einem Vertrauensverlust unter den Wirtschaftsakteuren“, erläutert Steinmetz.

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