IHK stellt Gründungsreport vor
Sie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Anna Hermanns war schon viele Jahre als ehrenamtliche und freiberufliche Schwimmlehrerin im Einsatz. Nun hat sie das Schwimmwerk, ein topmodernes Lehrschwimmbad, eröffnet und somit dringend benötigte Wasserflächen und Kursangebote in Krefeld geschaffen. „Gemeinsam mit meiner Familie, Freunden und vielen Helfern haben wir das Bad in großen Teilen selbst aufgebaut. Jede Nachtschicht neben Familie und Kleinkind hat sich gelohnt“, sagt Hermanns.
Wie die Schwimmwerk-Gründerin haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen als im Jahr zuvor den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. 2.277 Krefelderinnen und Krefelder haben sich 2025 selbstständig gemacht. Im gleichen Zeitraum haben auch 1.714 Unternehmerinnen oder Unternehmer ihre Firma aufgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es 1.827 Gründungen und 1.643 Aufgaben. Damit verzeichnet Krefeld ein Plus von 24,6 Prozent bei den Gründungen und ein Plus von 4,3 Prozent bei den Aufgaben. Im Saldo hat die Zahl der Unternehmen in Krefeld 2025 um 563 Unternehmen zugenommen. Das sind die wesentlichen Kennziffern des „Gründungsreports 2026 – Zahlen und Einschätzungen zum Gründungsgeschehen 2025 im IHK-Bezirk“, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auf der Datenbasis des Landes NRW erarbeitet hat.
Der positive Trend ist auch im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein insgesamt festzustellen: Die Unternehmensgründungen lagen 2025 mit 11.024 im Vergleich zu 10.018 Gründungen um 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Geschäftsaufgaben im IHK-Bezirk nahm ebenfalls zu: 8.995 Gewerbeabmeldungen im Jahr 2025 stehen 8.766 im Jahr 2024 gegenüber (2,6 Prozent). Im Saldo hat die Zahl der Unternehmen in der Region um 2.029 Firmen zugenommen.
„Dieser deutliche Anstieg der Neugründungen am Mittleren Niederrhein liegt über dem Landesdurchschnitt. Diese positive Entwicklung zeigt, wie dynamisch unser Wirtschaftsraum ist“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Die Menschen in unserer Region lassen sich nicht entmutigen. Trotz großer Herausforderungen bleibt die Bereitschaft zur Existenzgründung groß.“ Die Gründerinnen und Gründer seien eine wichtige Bereicherung für die Wirtschaft, betont Steinmetz: „Sie sind langfristig ein wesentlicher Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und wirtschaftliche Stabilität.“
Auch für Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen stabil. Während 2024 134.614 Neugründungen im Land verzeichnet werden konnten, waren es 2025 144.191 – ein Plus von 7,1 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Betriebsaufgaben in NRW ab: 2024 wurden noch 114.320 registriert, im vergangenen Jahr waren es 111.634.
Gründerin Anna Hermanns hat den Schritt in die Selbstständigkeit bisher nicht bereut: „Der schönste Moment war, zu sehen, wie aus Visionen und Skizzen Realität wurde. Die ersten Kinder und Familien begrüßen zu dürfen, war überwältigend. In diesem Augenblick wusste ich: Jetzt beginnt nach über drei Jahren eine neue aufregende Zeit, für die sich all die Arbeit gelohnt hat.“ Hermanns rät anderen Gründerinnen und Gründern, realistisch, selbstbewusst und mutig zugleich zu sein und den Schritt zu wagen: „Hört auf Rat, aber überlegt das ein oder andere Mal genau, wer um Einschätzung gebeten wird. In einer Gründungsphase verändern sich Beziehungen im Umfeld – bleibt euch selbst treu und erinnert euch immer wieder an die Leidenschaft und den Mut, etwas anzupacken.“
Damit Gründerinnen und Gründern die Startphase so leicht wie möglich gemacht wird, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer mehr Unterstützung von der Politik für Jungunternehmerinnen und -unternehmer. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Engagement fördern und nicht ausbremsen: Zügige, digitale und unbürokratische Gründungsprozesse, einen leichteren Zugang zu Fördermitteln und steuerliche Vereinfachungen. Es muss gelten: weniger Regularien und mehr Wertschätzung für Gründergeist.“ Das von einigen Bundesländern initiierte Projekt „Unternehmensgründung in 24 Stunden“ begrüßt Steinmetz: „Wenn es umgesetzt wird, bedeutet dies für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer mehr Zeit für ihre eigentliche Geschäftsidee zu haben und weniger Zeit für administrative Hürden investieren zu müssen.“
Damit aus Ideen erfolgreiche Geschäftsmodelle werden, unterstützt die IHK angehende Gründerinnen und -gründer. „Wir beraten sie bei allen relevanten Fragestellungen und stehen ihnen mit unseren Dienstleistungen und Netzwerken zur Seite, damit Fehler vermieden werden und der Start gelingt“, sagt Stephanie Efertz, Beraterin Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK. „Der Schritt in die Selbstständigkeit sollte gut durchdacht sein, dazu können wir beitragen.“
Das hat auch die Schwimmwerk-Gründerin erlebt: „Die IHK hat meinen Business- und Finanzplan im Rahmen meiner Bewerbung um ein NRW-Bank-Darlehen geprüft und bewertet. Das war sehr hilfreich für mich.“
Angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern steht Existenzgründungsberaterin Stephanie Efertz unter Tel. 02161 241-120 und per E-Mail (stephanie.efertz(at)mittlerer-niederrhein.ihk.de) zur Verfügung.
Zum Download
- Gründungsreport 2026 (PDF, 3 MB, nicht barrierefrei)
- PM Gründungsreport 2026 Mönchengladbach (PDF, 188 KB, nicht barrierefrei)
- Foto Gründungsreport 2026 Mönchengladbach (JPG, 7 MB, nicht barrierefrei)
- PM Gründungsreport 2026 Rhein Kreis Neuss (PDF, 188 KB, nicht barrierefrei)
- Foto Gründungsreport 2026 Rhein Kreis Neuss (JPG, 6 MB, nicht barrierefrei)
- PM Gründungsreport 2026 Kreis Viersen (PDF, 186 KB, nicht barrierefrei)
- Foto Gründungsreport 2026 Kreis Viersen (JPG, 6 MB, nicht barrierefrei)
Ansprechpartner zum Thema
Kontakt-
Stephanie Efertz
Beraterin Existenzgründung und Unternehmensförderung
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Lutz Mäurer
Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit
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