Impulse für den Wirtschaftsstandort Krefeld
Welche Impulse setzt Oberbürgermeister Frank Meyer in den kommenden Jahren für den Wirtschaftsstandort Krefeld? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Regionalforums Krefeld, zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik eingeladen hatte. Gastgeber der Veranstaltung war die Volksbank Krefeld.
IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz verwies in seiner Begrüßung auf die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen. Insbesondere die energieintensive Industrie stehe angesichts internationaler Krisen, hoher Energie- und Arbeitskosten, wachsender Bürokratie sowie einer hohen Steuerlast unter erheblichem Druck. „Wir bewegen uns derzeit in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld – und das macht leider auch vor Krefeld nicht halt. In der Seidenstadt berichten inzwischen mehr Unternehmen von einer schlechten als von einer guten Geschäftslage“, so Steinmetz. Es sei klar, dass die Stadtverwaltung geopolitische Entwicklungen nicht beeinflussen könne. Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland werde nicht auf kommunaler Ebene entschieden. „Dennoch gilt: Gerade in Zeiten, in denen die Wettbewerbsfähigkeit insgesamt unter Druck gerät, wird gute Wirtschaftspolitik auf allen Ebenen umso wichtiger. Deshalb möchte ich trotz aller internationalen Krisen ausdrücklich für eine starke kommunale Wirtschaftspolitik werben. Sie ist relevant – und sie entscheidet langfristig darüber, wie sich ein Standort entwickelt.“ Beispielhaft nannte er wirtschaftsfreundliche Verwaltungsstrukturen, attraktive Innenstädte und zusätzliche Gewerbeflächen.
Oberbürgermeister Frank Meyer stellte in seinem Impuls zentrale Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Krefeld vor. Dazu zählen unter anderem die wirtschaftsfreundliche Ausrichtung der Verwaltung, die Stärkung der Innenstadt, Investitionen in Bildung, Unterstützung für Start-ups sowie die neue Zertifizierung der Stadt mit dem RAL-Gütesiegel Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung. „Wir müssen uns auf Fragen konzentrieren, die wir vor Ort beeinflussen können“, sagte Meyer in Bezug auf geopolitische Herausforderungen. Gleichwohl verwies er auf die schwierige Haushaltslage der Stadt. Beim Thema Gewerbeflächen ging er auf das Areal Uerdingen-Nord 2.0 und auf den Businesspark Fichtenhainer Allee ein. Dort würden „Bauchläden“ mit Gewerbeobjekten in jeder Größe entstehen. Mittelfristig möchte die Stadtverwaltung die Weichen dafür stellen, dass auch das Gewerbegebiet Hüls-Südwest entwickelt werden kann. Das sieht auch der Kooperationsvertrag zwischen SPD und CDU vor. „Wenn wir weitere Gewerbeflächen bereitstellen können, wird sich das auch positiv auf die Gewerbesteuereinnahmen und damit auf die Haushaltslage auswirken“, argumentierte Meyer.
Sorge bereite ihm vor allem die Industrie. „Sie ist Wohlstandsgarant, Arbeitgeber, Ausbilder und Innovationstreiber – Krefeld muss Industriestadt bleiben, dafür braucht es aktive Standortpolitik und verlässliche Partner“, so Meyer. Steinmetz hob insbesondere die geplante Einrichtung einer One-Stop-Agency für Unternehmen hervor. Entscheidend sei dabei, die Wirtschaft frühzeitig einzubinden und bestehende Standards kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Im Anschluss informierte Stefan Rinsch, Vorstand der Volksbank Krefeld, über die geplante Fusion mit der Volksbank Düsseldorf Neuss. Gemeinsam zählen die Institute künftig mehr als 65.000 Mitglieder und verfügen über eine Bilanzsumme von rund 4,5 Milliarden Euro. „Größe ist nicht alles“, sagte Rinsch. „Aber dadurch werden wir stärker für die Menschen in der Region.“ Auch er sprach von wachsenden Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung, regulatorischem Druck oder auch veränderte Kundenbedürfnisse. Die Fusion sei eine strategische Grundlage zur langfristigen Absicherung des betriebswirtschaftlichen Erfolgs.
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