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Olympische und Paralympische Spiele – Impulsgeber für Wertschöpfung

09.04.2026
Sie warben für die Olympia-Bewerbung Köln/Rhein-Ruhr (v.l.): Dr. Holger Preuß, Dr. Claus Schwenzer, Niklas Börger, Jürgen Steinmetz, Peer Steinbrück, Svenja Fusten-Görtz, Frank Meyer, Michael Hilgers, Felix Heinrichs, Paul Keusch und Stephan Brause.
Sie warben für die Olympia-Bewerbung Köln/Rhein-Ruhr (v.l.): Dr. Holger Preuß, Dr. Claus Schwenzer, Niklas Börger, Jürgen Steinmetz, Peer Steinbrück, Svenja Fusten-Görtz, Frank Meyer, Michael Hilgers, Felix Heinrichs, Paul Keusch und Stephan Brause.

Berlin, München, Hamburg oder Köln/Rhein-Ruhr? Wer macht das Rennen um die deutsche Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044? Und vor allem: Welche wirtschaftlichen Effekte sind für den Standort Mittlerer Niederrhein zu erwarten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Olympische/Paralympische Spiele – Impulsgeber für Wertschöpfung“ zu der die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein im Vorfeld der Bürgerentscheide in Krefeld und Mönchengladbach zur Bewerbung am 19. April eingeladen hatte. Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung in die Krefelder Yayla Arena gefolgt.

Beim Begrüßungs-Talk verwies IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz auf eine aktuelle IHK-Umfrage: „Wir haben rund 700 Unternehmen befragt. Mehr als 80 Prozent erwarten für die Region und für ihren Betrieb positive Effekte von Olympischen und Paralympischen Spielen.“ Dazu gehören insbesondere die Bauindustrie, die Gastronomie und Hotellerie sowie der Einzelhandel. „Olympische Spiele sind ein Zukunftsprojekt für die Region insgesamt – wirtschaftlich, infrastrukturell, aber auch emotional“, betonte Steinmetz.

Worauf es ankommt, dass aus einem sportlichen Großereignis ein nachhaltiges Projekt für alle Bürgerinnen und Bürger wird, erläuterte Professor Dr. Holger Preuß, Professor für Sportökonomie und Sportsoziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz: „Die entscheidende Frage ist, welche langfristigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Effekte von einem solchen Event ausgehen.“ Die größten Sorgen der Menschen seien unkontrollierbare Kosten, nicht nachhaltige Investitionen und ökologische Belastungen. Mit Blick auf die Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr versicherte der Ökonom, dass die derzeit geplanten Kosten gedeckt seien. Preuß verwies auf das hervorragende Angebot vorhandener Sportstätten in Nordrhein-Westfalen. „Ein Leichtathletikstadion, ein Velodrom und das olympische Dorf müssten gebaut werden – für alle drei sind sinnvolle Nachnutzungen vorgesehen“, so Preuß. Für die Wirtschaft an Rhein und Ruhr würden die Spiele einen wirtschaftlichen Impuls in einer Größenordnung von 5 Milliarden Euro bedeuten. Preuß: „Bei guter Planung und einem auf Nachhaltigkeit angelegten Konzept profitieren alle Bürgerinnen und Bürger langfristig von einem solchen Event.“

Im Anschluss gab Niklas Börger, Projektleiter der Olympiabewerbung bei der Staatskanzlei NRW, einen Überblick über den Bewerbungsprozess. „Wir haben von allen vier Kandidaten die besten Voraussetzungen. Wir können auf engstem Raum hervorragende Sportstätten bieten. 50 von 54 Sportarten können in einem Radius von 40 Kilometern ausgeübt werden“, so Börger. „Dazu kommt: Wir können enorm große Stadien und Hallen für sehr viel Publikum bieten. Vieles ist bereits vorhanden und muss nicht erst gebaut werden.“

In der abschließenden Podiumsdiskussion verwies Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer auf die positiven Impulse für seine Stadt, die als Austragungsort für Taekwondo und Rollstuhl-Rugby vorgesehen ist: „Es wird Investitionen von Bund und Land geben, die unseren Bürgerinnen und Bürgern langfristig zugutekommen. Aber es geht nicht nur um wirtschaftliche Effekte. Olympische und Paralympische Spiele sind vor allem ein emotionales Großereignis.“ Paul Keusch, Geschäftsführer der Yayla Arena, ergänzte: „Der Image-Gewinn ist nicht zu unterschätzen. Unsere Region wird Gastgeber der Sportwelt sein, und wir werden ein Teil davon sein.“

Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs erklärte: „Wir haben zwei voll funktionsfähige Stadien im Nordpark und Erfahrung mit internationalen Events“, so Heinrichs. „Eine erfolgreiche Olympiabewerbung wird vielen Infrastrukturprojekten neuen Schub geben. Vielleicht können wir so auch noch einmal die Verkehrsanbindung des Nordparks verbessern.“ Mönchengladbach ist als Austragungsort für Hockey vorgesehen.

Michael Hilgers vom Hockeypark Mönchengladbach Geschäftsführer der HockeyPark Betriebs GmbH & Co. KG verwies auf die Effekte, die über das Wirtschaftliche hinausgehen: „Nicht nur sportlich und ökonomisch, sondern auch kulturell wird die gesamte Region von den Spielen profitieren. Die Aussicht auf ein solches Event motiviert enorm und setzt Kreativität frei.“ Der Gewinner von olympischen Silber- und Goldmedaillen im Hockey verwies auf die besondere Situation in Mönchengladbach: „Wir können ein Hockeyturnier in einem Fußball-Stadion anbieten – das wird ein weltweit einmaliges Event.“

Der ehemalige Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Peer Steinbrück, nahm als Vertreter der Köln/Rhein-Ruhr-Olympiabewerbung an der Veranstaltung teil. „Deutschland kann sich der Welt gegenüber in bester Weise präsentieren“, so Steinbrück. „Die Stimmungslage in unserem Land ist derzeit nicht gerade von Selbstbewusstsein geprägt. Ein solches Großereignis motiviert und sorgt dafür, dass Projekte mit Optimismus vorangetrieben werden.“ Nordrhein-Westfalen sei der ideale Austragungsort für die Spiele. „Damit wir den Zuschlag erhalten, muss die Akzeptanz in der Bevölkerung da sein“, sagte der ehemalige Ministerpräsident und appelliert an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung, für ein positives Bürgerentscheid-Votum zu werben: „Wir sollten 70 Prozent Ja-Stimmen anpeilen. Das wäre ein starkes Signal.“

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