IHK-Energiewende-Barometer 2026
Das IHK-Energiewende-Barometer ist das Ergebnis einer Online-Unternehmensbefragung, die jährlich von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) und den Industrie- und Handelskammern durchgeführt wird. Ziel dieser Befragung ist es, die Umsetzung und den Fortschritt der Energiewende aus Unternehmenssicht zu bewerten und mögliche Defizite zu identifizieren. Im Energiewende-Barometer bewerten die Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit.
Die Ergebnisse für das Jahr 2026 liegen nun vor. Die Grundlage der diesjährigen Auswertung bilden 3.100 eingegangene Antworten von Unternehmen, die sich auf die Wirtschaftszweige Industrie (23 Prozent), Bauwirtschaft (6 Prozent), Handel (14 Prozent) und Dienstleistungen (56 Prozent) verteilen.
Fazit 2026: Zeit zum Handeln – Investitionen verlassen Deutschland
Das Ergebnis der diesjährigen Befragung zeigt, dass die Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit wieder negativer einschätzen als noch im Vorjahr.
Für 40 Prozent der Unternehmen wirkt sich die Energiewende aktuell sehr negativ oder negativ auf das eigene Geschäft aus, für 24 Prozent sehr positiv oder positiv. Im Saldo ergibt sich auf einer Skala von minus 100 („sehr negativ“) bis plus 100 („sehr positiv“) deutschlandweit ein Barometerwert von minus -11,5. Das ist eine Verschlechterung von 3,2 Punkten gegenüber dem Vorjahr. Von den Industrieunternehmen bewerten sogar rund die Hälfte die Auswirkungen der Energiewende negativ oder sehr negativ.
In Nordrhein-Westfalen fallen die Ergebnisse im Vergleich zum Bund sogar noch schlechter aus. Hier wird ein Barometerwert von -18,1 erreicht. Indsutrieunternehmen in NRW bewerten die Auswirkungen der Energiewende zu 54 Prozent mit negativ bis sehr negativ.
Handel und Industrie besonders betroffen
Vor allem die Branchen Industrie und Handel sehen die Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit mit einem Barometerwert von -22 kritisch. In der Industrie hängt es unmittelbar mit den hohen Energiepreisen sowie den energiepolitischen Rahmenbedingungen zusammen.
Im Handel sind es vor allem auch die indirekten Effekte durch gesteigerte Material-, Transport- oder Logistikkosten, während gleichzeitig die sinkende Kaufkraft auch die Nachfrage schwächt. Industriepolitische Entlastungsmaßnahmen kommen dem Handel zudem kaum zugute.
Investitionen werden zurückgestellt
Durch die stark eingeschränkten finanziellen Spielräume aufgrund der hohen Energiepreise zehren Unternehmen zunehmend von ihrer Substanz. Rund ein Drittel verschiebt Investitionen in ihre Kernprozesse. Ein Viertel der Unternehmen verschiebt Investitionen in Klimaschutz und rund 16 Prozent verschieben Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Besonders alarmierend sind die Zurückstellung in der Industrie. 35 Prozent der Industriebetriebe geben an, Investitionen in Kernprozesse aufzuschieben, weil die erforderlichen Mittel durch zu hohe Energiekosten nicht zur Verfügung stehen.
Sinkende Wettbewerbsfähigkeit und abwandernde Produktion
Die Unternehmen sind insbesondere durch die hohen Energiepreise in ihrer Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt. In der Gesamtwirtschaft berichten dies mehr als 40 Prozent der Betriebe, in der Industrie rund zwei Drittel. Die Verbesserung dieses Wertes bei der Industrie kann auch darauf zurückzuführen sein, dass Unternehmen ihre Produktion bereits reduzieren, Teile ihrer Wertschöpfung verlagern oder ihre Geschäftstätigkeit in Deutschland ganz eingestellt haben.
Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit einer Verlagerung von Investitionen oder Produktionskapazitäten ins Ausland. Rund 20 Prozent aller Unternehmen haben solche Pläne bereits umgesetzt oder befinden sich in der Umsetzung. In der Industrie liegt der Anteil mit 40 Prozent erwartungsgemäß höher. Bei Großbetrieben sind es sogar alarmierende 60 Prozent.
Maßnahmen
Die Unternehmen verlangen von der Politik Maßnahmen, die Versorgungssicherheit, Infrastruktur, Technologieoffenheit und wettbewerbsfähige Energiekosten fördern. Zusätzliche Eingriffe, die mit regulatorischen oder finanziellen Belastungen verbunden sind, werden seitens der Wirtschaft kritisch gesehen.
Vor allem Maßnahmen zu Stärkung der Energieinfrastruktur sowie Senkungen bei Steuern und Abgaben auf den Strompreis werden von den Unternehmen begrüßt.
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Kontakt-
Dominik Heyer
Referent Energie
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