Campus-Talk mit NRW-Schulministerin Feller
Welche Voraussetzungen braucht ein leistungsfähiges Bildungssystem in Nordrhein-Westfalen, um junge Menschen erfolgreich auf die Zukunft vorzubereiten? Welche Rolle spielen Berufskollegs als zentrale Partner der dualen Ausbildung? Und welche Kompetenzen werden junge Menschen in einer sich wandelnden Arbeitswelt benötigen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Campus-Talks mit NRW-Schulministerin Dorothee Feller, zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer in den IHK-Pavillon auf dem Campus Zukunft, Wendersplatz in Neuss, eingeladen hatte.
„Bildung ist der Schlüssel für eine gesellschaftlich und wirtschaftlich starke Zukunft“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz in seiner Begrüßung. Das Duale System schaffe Perspektiven und versorge Unternehmen mit Fachkräften. „Doch der Fachkräftemangel bleibt für unsere Mitgliedsunternehmen trotz vieler weiterer Herausforderungen immer noch eines der größten Geschäftsrisiken.“ Aber welche Wege führen raus aus der Krise am Ausbildungsmarkt? Und wie können Jugendliche und Ausbildungsbetriebe besser zusammenfinden? Darauf ging die NRW-Ministerin in ihrem Impuls unter dem Titel „Impulse für ein starkes (Aus-)Bildungssystem in NRW“ ein.
„Wir stehen vor großen Herausforderungen“, betonte Feller. „Viele Schülerinnen und Schüler erfüllen nach der vierten Klasse nicht die Mindestanforderungen in Kernkompetenzen.“ Aber warum schneiden andere Staaten besser beim Thema Bildung ab? „Sie halten schon seit Jahren am selben Kurs fest. Verbesserungen lassen sich nicht in kurzer Zeit durchsetzen, das braucht Zeit.“ Aus diesem Grund habe ihr Ministerium den Schulkompass 2030 ins Leben gerufen. Feller: „Wir wollen mehr Schülerinnen und Schüler auf ein Leistungsniveau bringen, das ihnen beste Zukunftschancen eröffnet. Dazu haben wir diese vier Ziele formuliert: Wir verringern die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards verfehlen. Wir steigern die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Optimalstandards erreichen. Wir stärken die Schülerinnen und Schüler in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung. Und wir führen mehr Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg zu einem erfolgreichen Abschluss mit konkreter Anschlussperspektive.“
Im Anschluss diskutierten in einer von WDR-Moderatorin Vivien Leue geführten Talk-Runde der Krefelder Berufskollegleiter Hilmar von Zedlitz-Neukirch, die Auszubildende und Berufskolleg-Schülerin Birte Tauber aus Krefeld, der Auszubildende und Dualstudent Tim Uelkes aus Mönchengladbach, die Ausbildungsleiterin Corinna Hoeft vom Unternehmen Outokumpu in Krefeld, die Unternehmerin Janika Woltering- van Haag von der Firma Hefe van Haag in Kempen sowie Stephanie Pudenz, Gruppenleitung für Berufliche Bildung und Berufliche Orientierung im Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, über aktuelle Herausforderungen und Zukunftschancen.
Das Fazit: Berufsorientierung und Praktika sind für beide Seiten – Betriebe und Jugendliche – unabdingbar; die (finanziellen) Rahmenbedingungen insbesondere an Berufskollegs müssen verbessert werden; alle Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern müssen gestärkt werden. Steinmetz: „Wir müssen junge Menschen bestmöglich vorbereiten, mit ihnen ins Gespräch kommen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Denn das Thema Bildung geht uns alle an.“
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