IHK legt Bildungsbericht vor
Zahlen, Daten und Fakten rund um die Aus- und Weiterbildung liefert der neue Bildungsbericht 2025 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. 560 neue Ausbildungsverträge wurden im Kreis Viersen im vergangenen Jahr geschlossen, insgesamt waren es 3.450 im gesamten IHK-Bezirk. Der Kreis Viersen hat damit 2025 den deutlichsten Verlust an Verträgen zu verzeichnen. Der Bericht zeigt auch: Die duale Ausbildung bleibt ein zentraler Pfeiler der Fachkräftesicherung in der Region Mittlerer Niederrhein.
„Ausbildung begeistert, eröffnet erstklassige Perspektiven auf Augenhöhe und ist unser wirksamstes Instrument gegen den Fachkräftemangel“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Klar sei aber auch: Berufliche Bildung von morgen entstehe nicht von allein. „Wir müssen sie aktiv gestalten und uns auch künftig intensiv mit dem Thema Bildung befassen. Und wir dürfen nicht nachlassen, die Betriebe bei der Gewinnung, der Auswahl, der Betreuung, der Prüfung und der Weiterqualifizierung von Auszubildenden und Fachkräften zu unterstützen.“ Gegen den Fachkräftemangel gebe es nur eine Lösung: ausbilden!
Das weiß man auch bei der NMW Niederrheinische Metallwerke GmbH & Co. KG. Das Unternehmen in Viersen-Dülken blickt auf eine langjährige Ausbildung zurück, dabei zunächst über einen Verbundpartner und seit 2022 vollständig alleine in der eigens geschaffenen Ausbildungswerkstatt. „Es ist für uns eine Herzensangelegenheit unsere zukünftigen Fachkräfte selbstständig auszubilden und auf eine langjährige Zusammenarbeit vorzubereiten“, sagt Florian Potjans, Technischer Ausbilder. „Wir versuchen, pro Jahr acht neue Auszubildende für uns zu gewinnen, und zwar in den Berufen Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Zerspanungsmechaniker, sowie Maschinen- und Anlagenführer.“ Allerdings gebe es inzwischen häufiger Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Azubis. „Es gestaltet sich immer schwieriger, junge Talente für gewerbliche Berufe zu motivieren. Viele Schüler legen im Anschluss an die Schule den Fokus auf ein Studium oder sind komplett orientierungslos und müssen sich erst finden“, so Potjans.
Doch das Unternehmen hat ein „Rezept“ dagegen: die Ausbildung moderner gestalten. „Für uns bedeutet Ausbildung Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir möchten unsere Auszubildenden nicht von oben herab anleiten, sondern sie auf ihrem Weg begleiten, fördern und fordern.“ Die gemeinsamen Ziele sollten nicht nur vorgegeben, sondern miteinander erarbeitet und erreicht werden. Potjans: „Auszubildende sind für uns nicht das unterste Glied einer Hierarchie. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Unternehmens und genießen von Beginn an eine besondere Wertschätzung. Schließlich sind sie die Fachkräfte und die Zukunft unseres Unternehmens.“ Die Teilnahme an Ausbildungsmessen sowie Präsenz zu zeigen in den Schulen sei für das Unternehmen selbstverständlich.
Laut dem Bildungsbericht 2025 waren 570 neue Auszubildende beim Start der Ausbildung 19 Jahre alt, mehr als 1.200 Auszubildende 20 Jahre und älter. Nur 152 Auszubildende waren zum Start ihrer Ausbildung 16 Jahre alt. Daniela Perner, Geschäftsführerin des IHK-Bereichs Bildung: „Insgesamt werden die Auszubildenden bei Ausbildungsbeginn zunehmend älter.“ Es gebe weiterhin großen Bedarf, junge Menschen frühzeitig auf den Übergang in die Arbeitswelt vorzubereiten. Perner verweist auf die breite Palette von rund 230 Ausbildungsberufen in der Region – und auf erfolgreiche IHK-Initiativen wie die Ausbildungsbotschafter, Schulkooperationen, Azubi-Speed-Datings oder die CHECK IN Berufswelt. Ein weiteres Highlight: Erstmalig setzte die IHK auch im Prüfungsverfahren – bei der praktischen Prüfung für Berufskraftfahrer – einen hochmodernen Fahrsimulator ein, was bundesweit einen Meilenstein markiert.
Auch das Prüfungswesen ist ein bedeutender Bestandteil der Ausbildung: Rund 10.000 Prüfungen nehmen jährlich die rund 2.400 ehrenamtlich tätigen IHK-Prüferinnen und -Prüfer ab. „Ohne dieses Engagement wäre das System der dualen Ausbildung nicht denkbar“, so Perner. „Wir freuen uns jederzeit über Menschen, die sich als Prüfer einbringen möchten.“
Der Bildungsbericht steht zum Download zur Verfügung:
- Bildungsbericht 2025 (PDF, 9 MB, nicht barrierefrei)
- PM 217- Bildungsbericht Krefeld Outokumpo (PDF, 312 KB, nicht barrierefrei)
- PM 217- Bildungsbericht Mönchengladbach Deutsche Vermögensberatung (PDF, 306 KB, nicht barrierefrei)
- PM 217- Bildungsbericht Neuss Schwab Tolles (PDF, 306 KB, nicht barrierefrei)
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Joachim Nowak
Referent Schule und Wirtschaft
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Redakteurin
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