Kritik aus der Praxis zur neuen EU-Verpackungsverordnung
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein ruft Unternehmen dazu auf, sich an einer Konsultation der Europäischen Kommission zur Umsetzung der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) zu beteiligen. Die Verordnung gilt seit dem 12. August 2026 und führt für viele Unternehmen neue Registrierungs-, Dokumentations- und Berichtspflichten ein. Dazu gehören insbesondere die Registrierung in nationalen Herstellerregistern sowie umfangreiche Meldepflichten zu Verpackungen und Verpackungsmengen.
Viele Unternehmen aus dem IHK-Bezirk haben sich in den vergangenen Tagen mit Fragen und Kritikpunkten an die IHK gewandt. Dabei geht es insbesondere um den zusätzlichen Verwaltungsaufwand, die praktische Umsetzbarkeit der Vorgaben sowie den Umfang der künftig erforderlichen Datenerfassung und Berichterstattung. Der derzeit von der Europäischen Kommission konsultierte Entwurf konkretisiert diese Anforderungen.
„Gerade mittelständische Unternehmen melden uns derzeit erhebliche Bedenken hinsichtlich des zusätzlichen Verwaltungsaufwands. Wer Verpackungen entwickelt, produziert oder vertreibt, braucht praktikable und verhältnismäßige Regelungen. Die Konsultation bietet die Chance, Probleme aus der Praxis direkt nach Brüssel zu melden. Diese Chance sollten die Unternehmen jetzt nutzen“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.
Die IHK betont, dass die Verordnung bereits beschlossen ist und die aktuelle Konsultation nicht die grundsätzlichen Ziele der PPWR infrage stellt. Vielmehr geht es darum, praktische Erfahrungen aus den Unternehmen in die konkrete Ausgestaltung der Regelungen einfließen zu lassen.
„Viele Unternehmen unterstützen das Ziel, Verpackungsabfälle zu vermeiden und Ressourcen effizienter zu nutzen. Gleichzeitig müssen neue Vorgaben in der Praxis umsetzbar bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen jetzt auf Belastungen, Unklarheiten und Verbesserungspotenziale aufmerksam machen“, so Steinmetz.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereitet derzeit eine Stellungnahme zum Entwurf der Durchführungsverordnung vor. Die IHK Mittlerer Niederrhein sammelt hierzu Rückmeldungen aus der regionalen Wirtschaft und leitet sie gebündelt weiter.
Die öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission läuft noch bis zum 10. September 2026. Unternehmen können ihre Hinweise und Anmerkungen bis zum 3. September an die IHK Mittlerer Niederrhein senden (E-Mail: emily.ravier(at)mittlerer-niederrhein.ihk.de). Weitere Informationen und Ansprechpartnerinnen sind auf der IHK-Website zu finden: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/P134
Ansprechpartnerinnen zum Thema
Kontakte-
Emily Ravier
Beraterin für Umwelt und Nachhaltigkeit
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Carmen Granderath
Pressereferentin
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