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Netzwerkabend „United for Ukraine“ im IHK-Pavillon

31.08.2026
Jürgen Steinmetz (l.), IHK-Hauptgeschäftsführer und Honorarkonsul der Ukraine, begrüßte Oksana Tarasyuk, Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf, und Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland.
Jürgen Steinmetz (l.), IHK-Hauptgeschäftsführer und Honorarkonsul der Ukraine, begrüßte Oksana Tarasyuk, Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf, und Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland.

Die Farben Gelb und Blau dominierten einen Abend lang den Campus Zukunft der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auf dem Wendersplatz in Neuss. Unter dem Titel „United for Ukraine“ hatte die IHK Unternehmerinnen und Unternehmer eingeladen, um sich über die Themen wirtschaftliche Partnerschaften, Kooperationsmöglichkeiten und Chancen auszutauschen. „Was ich im Frühjahr während einer Reise in die Ukraine erlebt habe, hat mich sehr beeindruckt“, sagte Jürgen Steinmetz, IHK-Hauptgeschäftsführer und Honorarkonsul der Ukraine, bei seiner Begrüßung. „Ich habe Menschen kennengelernt, die trotz des fürchterlichen Kriegs nach vorne schauen. Menschen, die hart arbeiten, weil sie ihr Land wieder aufbauen wollen. Die Ukraine will ihren Platz in einem freien Europa einnehmen – und Unternehmen am Niederrhein können dabei wichtige Partner sein.“

Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland, erklärte, dass er für die große Bereitschaft, der Ukraine zu helfen, sehr dankbar sei. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass für die Ukraine die Zeit renne. Er verlieh seiner Verwunderung Ausdruck, dass es in Deutschland Unternehmen gäbe, die sieben Tage lang 24 Stunden produzierten, aber ausgerechnet Unternehmen der Verteidigungsindustrie eine 40-Stunden-Woche hätten. „Das sagt sehr viel über die Gemütlichkeit aus, die man sich in Europa glaubt, leisten zu können“, erklärte der Botschafter. „Aber man muss mehr tun. Das Wichtigste ist, zu handeln. Alle zusammen müssen wir dafür sorgen, dass wir den Frieden erkämpfen.“ Die Entscheidung, wie man handele, liege bei jedem Unternehmen selbst.

In einem sich anschließenden Panel sprachen Vitaliy Zhmurenko (Präsident der IHK Dnipropetrowsk), Olena Savytska (stellvertretende Leiterin des Bereichs für Wirtschaftsentwicklung der Stadt Lwiw), Serhii Sevrikov (stellvertretender Vorsitzender des „Ukrainischen Verbands der Unternehmer-Veteranen), Michael Kraus (Geschäftsführer Region Ost bei der FIXIT Gruppe, einer Dachorganisation von fünf Baustoffmarken) und – zugeschaltet aus der Ukraine – Adrian Schairer (Geschäftsführer von DEinternational bei der AHK Ukraine) über das Thema „Von Solidarität zu Partnerschaft: Wirtschaftliche Chancen in herausfordernden Zeiten“. So berichtete zum Beispiel Savytska über die Aktivitäten der Stadt Lwiw im Bereich Veteranenbusiness. Als erste Stadt der Ukraine hat Lwiw ein Förderprogramm für Veteranenunternehmen eingeführt. Savytska warb für Partnerschaften, die Veteranenunternehmen dabei unterstützen, neue Märkte zu erschließen sowie Partner und Kunden zu finden. Über die Situation der Unternehmen vor Ort informierte Schairer. „Die Lage ist so gut, wie sie unter den schwierigen Umständen sein kann“, erklärte er. „Unternehmen im Bau-, Defence- und Energiebereich haben eine gute Auftragslage“, erklärte er und animierte deutsche Unternehmen: „Sie müssen nicht bereits heute investieren, aber bereiten Sie jetzt ihre künftigen Aktivitäten in der Ukraine vor. Informieren Sie sich und reisen Sie gerne einmal hierher, zum Beispiel mit den Delegationsreisen der AHK Ukraine.“

Kraus ist mit seinem Unternehmen schon sehr viel weiter. Der Standort Pisky befand sich beim Angriff Russlands auf die Ukraine im Bau. Eine Bundesgarantie unter dem damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck ermöglichte den Weiterbau. Eröffnet wurde der Betrieb schließlich im April 2025. Kraus zeigte sich vor allem von der Leistung der ukrainischen Mitarbeitenden beeindruckt. Man habe es geschafft, riesige Maschinen, die in NRW gebaut wurden, ohne die Unterstützung deutscher Mitarbeitender des Produktionsunternehmens in dem neuen Baustoffwerk aufzubauen und in Betrieb zu nehmen.

„Uns geht es darum, mit der Musik Brücken zu bauen und Emotionen herzustellen. Gleichzeitig möchten wir den wirtschaftlichen Zusammenhalt stärken“, erklärte Rüdiger Linhof, Bassist der Band Sportfreunde Stiller und Gründer der Initiative Kultur.Konvoi. Sie verbindet Musik, Kunst und konkrete Hilfe. Zwischen zwei musikalischen Liveschaltungen in die Ukraine sprach Linhof mit dem Mode- und Fashionunternehmer Oleksandr Nesterchuk.

Schließlich überreichten Botschafter Makeiev und IHK-Hauptgeschäftsführer Steinmetz im Namen der Oblast Charkiw Dankesurkunden an Menschen, die sich in besonderer Weise für die Unterstützung der frontnahen Region eingesetzt haben: Reiner Breuer (Bürgermeister) und Holger Lachmann (Beigeordneter) der Stadt Neuss; Thomas Hafner (Vorstand), Dr. Max Lennertz (1. Vorsitzender), Heidi Oldenkott-Gröhe (Vorstand), Kay André Schloßmacher (Vorstand), Petra Lennertz (2. Vorsitzende) vom Verein Neuss Hilft; Team Blau-Gelbes Kreuz e.V.; Team Johanniter Unfall-Hilfe, Team Rotary Club Neuss sowie Elmar Thyen von water4ukraine. Abgerundet wurde das Netzwerktreffen von einem Markt, auf dem Veteranen ihre Produkte präsentierten.

Unternehmen, die sich für den Wirtschaftsstandort Ukraine und für Kooperationen mit ukrainischen Partnern interessieren, können sich an Dr. Kateryna Kravchenko, Tel. 02131 9268-560, E-Mail: kateryna.kravchenko(at)mittlerer-niederrhein.ihk.de, wenden. Weitere Informationen stehen auf der IHK-Website zur Verfügung: mittlerer-niederrhein.ihk.de/P632

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