Energiewende-Barometer der DIHK ist ein Warnsignal
Viele Unternehmen sehen in der Energiewende weiterhin vor allem Belastungen. Das geht aus dem aktuellen Energiewende-Barometer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor, an dem sich mehr als 3.000 Unternehmen beteiligt haben, davon 627 aus Nordrhein-Westfalen. Bundesweit ist der Barometerwert von -8,3 auf -11,5 gefallen. In NRW fiel das Ergebnis noch pessimistischer aus: Hier sank der Wert von -14,8 auf -18,1.
„Die Unternehmerinnen und Unternehmer in unserer Region unterstützen den Klimaschutz, erwarten dabei aber Augenmaß und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Politik ist jetzt gefordert, die wachsende Belastung für die Unternehmen endlich ernst zu nehmen und entschlossen gegenzusteuern“, erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. „Die Ergebnisse der Studie sind ein Warnsignal. Ein Weitermachen wie bisher gefährdet unseren Wirtschaftsstandort.“ Internationale Wettbewerbsfähigkeit, zukunftsfähige Arbeitsplätze und klimaneutrales Wirtschaften müssen wieder miteinander vereinbar werden.
Mehr als 40 Prozent der Unternehmen in NRW sehen im aktuellen Verlauf der Energiewende negative Auswirkungen auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. In der Industrie sind es sogar 54 Prozent. Nur 18,3 Prozent verbinden mit ihr eher Vorteile. Deutschlandweit stellt jedes dritte Unternehmen Investitionen in Kernprozesse zurück, jedes vierte investiert weniger in Klimaschutz. Bei jedem zweiten Unternehmen ist der Strompreis in diesem Jahr weiter gestiegen. Daraus ergibt sich eine eindeutige Forderung: 78 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer verlangen eine Senkung des Strompreises. Gleichzeitig erwarten fast 80 Prozent der Befragten von der Bundesregierung eine klare Strategie zum Ausbau der Energieinfrastruktur und mehr staatliche Investitionen in die erforderliche Infrastruktur für die Energiewende.
Die IHK Mittlerer Niederrhein fordert gemeinsam mit IHK NRW einen konsequenten Kurswechsel in der Politik, damit die Energiewende gelingt, ohne den Unternehmensstandort Deutschland, Arbeitsplätze und Wohlstand weiter zu gefährden. Die Politik ist angehalten, gemeinsam mit der Wirtschaft tragfähige Lösungen zu entwickeln, um die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.
Das Energiewende-Barometer ist auf der IHK-Webseite zu finden: mittlerer-niederrhein.ihk.de/P970
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