Der Rhein-Kreis Neuss steht vor großen Herausforderungen – und ebenso großen Chancen. Was können Verwaltung, Politik und Wirtschaft dazu beitragen, dass sich der Rhein-Kreis Neuss positiv entwickelt und ein leistungsfähiger und lebenswerter Standort bleibt? Diese Frage steht im Mittelpunkt des nächsten Regionalforums Rhein-Kreis Neuss der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein am 1. Dezember um 17 Uhr. Die Austausch- und Netzwerkveranstaltung findet im impuls.werk Rhein-Kreis Neuss, Areal Böhler, Böhlerstraße 1, Meerbusch, statt. Die neu gewählte Landrätin des Rhein-Kreises Neuss, Katharina Reinhold, sowie Bürgermeister der kreisangehörigen Städte und Gemeinden werden im Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern über Ziele und Projekte der kommunalen Wirtschaftsförderung sprechen. Die Regionalforen der IHK richten sich an Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich aus erster Hand über die aktuellen Entwicklungen in ihrem Kreis und ihrer Stadt informieren und in den Austausch treten möchten. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: events.mnr.ihk.de/HGF125 Ansprechpartner zum Thema Kontakt
Ulrich Cyprian, Kämmerer der Stadt Krefeld, machte aus der dramatischen kommunalen Haushaltssituation keinen Hehl. „Sie haben es schwer.“ Mit diesen Worten begrüßte Elmar te Neues, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlere Niederrhein, den Kämmerer der Stadt Krefeld, Ulrich Cyprian, zum IHK Regionalforum. Sogleich verdeutlichte der Präsident seine Sorgen um den Wirtschaftsstandort. Unternehmen, die darüber nachdenken, umzuziehen oder eine weitere Betriebsstätte zu realisieren, schauen sich auch an, wie potenzielle Standorte finanziell dastehen. „Dabei geht es um die Themen Steuern und Abgaben, aber auch darum, was die Städte zu bieten haben und sich auch künftig leisten können“, erklärte te Neues. Als Stadt mit einem dreistelligen Millionendefizit habe Krefeld im Standortwettbewerb keine gute Position. „Das ist für den Wirtschaftsstandort und die hier ansässigen Unternehmen besorgniserregend.“ Cyprian machte aus der dramatischen Situation keinen Hehl. „Die Stadt steht unter Druck und vor erheblichen finanziellen Herausforderungen“, sagte er und erläuterte die „nackten“ Zahlen. Bei einem Haushaltsvolumen von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro liegt das für die kommenden Jahre prognostizierte jährliche Defizit bei mehr als 100 Millionen Euro – für 2025 liegt es bei 150 Millionen Euro. Die Kassenkredite, die ursprünglich für kurzfristige Liquiditätsengpässe gedacht waren, belaufen sich auf 492 Millionen Euro und sind damit laut Kämmerer zu einem strukturellen Problem geworden. Als Hauptgründe nannte Cyprian die steigenden Sozial- und Transferausgaben, die 48 Prozent des Haushalts 2025 ausmachen und die Personal- und Versorgungskosten, die 28 Prozent ausmachen. „Das sind Kosten, die nicht mal eben abgebaut werden können, weil sie mit gesetzlichen Aufgaben verbunden sind“, erklärte der Kämmerer. Hinzu kämen externe Faktoren wie zum Beispiel die Inflation, Tariferhöhungen und steigende Zinsen. „Der Spielraum für freiwillige Leistungen wird immer kleiner“, betonte er und wies darauf hin, dass Krefeld mit dem Problem nicht alleine dastehe. „Die Haushaltskrise darf nicht allein auf lokales Versagen zurückgeführt werden, sondern ist in großem Maße Folge struktureller Fehlentwicklungen in der Finanzarchitektur zwischen Bund, Ländern und Kommunen.“ So werde das Konnexitätsprinzip verletzt, indem Bund und Länder den Kommunen Aufgaben übertragen, die Kosten dafür aber nicht übernehmen, Zudem würden die kommunalen Zuweisungen nicht in dem Maße steigen wie die Aufgaben und Kosten. Schließlich lähmten die Kassenkredite die Handlungsfähigkeit, so dass dringend eine Altschuldenlösung gefunden werden müsse. „Wir brauchen einen ehrlichen Neustart in der kommunalen Finanzordnung“, forderte er. Der defizitäre Haushalt hat Konsequenzen für die Wirtschaft: Investitionsstau, verlängerte Verfahren, Standortnachteil. „Ein defizitärer Haushalt bedeutet auch: längere Wege für die Wirtschaft“, betonte Cyprian. Nun müsse eine sachliche Bestandsaufnahme gemacht werden. Jeder Bereich müsse hinterfragt werden. Dabei ginge es unter anderem um folgende, auch unangenehme Fragen: Gibt es effizientere Organisationsformen? Wären Kooperationen mit Nachbarkommunen sinnvoll? Sollten bestimmte Leistungen anders erbracht werden? Welche städtischen Gesellschaften sind strategisch notwendig? Wo ließen sich Synergien heben? „Eine solche Prüfung bedeutet nicht automatisch Abbau“, betonte Cyprian. „Es geht um kluge Prioritäten und effiziente Strukturen – im Interesse der Bürger und der Wirtschaft.“ Zudem wies der Kämmerer auf die Eckpunkte hin, auf die sich die CDU- und SPD-Fraktion unter dem Titel „Krefeld entwickeln, die Wirtschaft stärken“ geeinigt hätten. Dazu gehören die Gründung einer Investitionsagentur (One Stop Agency), die Zertifizierung „Mittelstandsfreundliche Kommunalverwaltung“ und die Aussetzung der Terrassengebühr für Außengastronomie. Auch die Entwicklung von Gewerbegebieten dürfte zumindest mittelfristig die Ertragsbasis stärken. Schließlich sieht der Kämmerer Chancen durch neue Förderinstrumente wie den Investitionsbooster der Bundesregierung, Mittel aus dem Digitalpakt oder Infrastrukturfonds. „Für Krefeld bedeutet das: Handlungsspielräume trotz enger Haushaltslage, beschleunigte Investitionen und die Möglichkeit, Zukunftsvorhaben zu realisieren, die ohne diese Unterstützung verschoben oder gestrichen werden müssten.“ Unterm Strich sei die Lage „ernst, aber nicht hoffnungslos“. „Mit kluger Priorisierung, konsequenter Nutzung von Fördermitteln und enger Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaft lassen sich auch in schwierigen Zeiten Erfolge erzielen. Die Bereitschaft zur Veränderung ist da – auf allen Seiten“, betonte Cyprian und schloss seinen Vortrag mit der Feststellung: „Was Krefeld jetzt braucht: Planungssicherheit und die weitere Unterstützung durch Bund und Land, insbesondere die Sicherstellung der realen Umsetzung der Konnexität, die in der Landesverfassung festgeschrieben ist.“ In der anschließenden Diskussion zeigte sich die Sorge der Unternehmen deutlich. So stellte ein Unternehmer fest: „Wäre die Stadt ein Unternehmen, dann wäre sie ein Restrukturierungs- und Sanierungsfall.“ Man müsse bei den Sozial- und Transferausgaben sowie Personal- und Versorgungskosten, die insgesamt 76 Prozent des Haushalts ausmachen, ansetzen. „Sonst geht nichts vorwärts.“ Ähnlich äußerte sich ein Unternehmer, der sich über den immensen Personalzuwachs in den vergangenen Jahren wunderte. Cyprian erwiderte, dass diese Bereiche Stellschrauben sein können, aber viele Ausgaben und die neuen Stellen mit gesetzlichen Aufgaben verbunden seien. Eine andere Sorge trieb eine Unternehmerin um. Sie befürchtet, dass Bundesmittel nicht für künftige Investitionen genutzt, sondern Haushaltslöcher damit gestopft würden. „Das bringt nichts. Wir brauchen Investitionen in unseren Wirtschaftsstandort.“ Schließlich erkundigte sich ein Unternehmer, ob es in der Stadtverwaltung ein Team gebe, das die „Restrukturierung“ angehe. Der Kämmerer bejahte, dass es ein Projekt(-team) geben werde – ob in Form einer Task-Force oder in einer anderen Form, sei noch nicht festgelegt. Es müssten in den kommenden Monaten ein Haushaltssicherungskonzept und Strategien entwickelt werden. „Es ist Zeit, diesbezüglich andere und/oder neue Wege zu gehen.“, erklärte Cyprian. Am Schluss appellierte te Neues an Verwaltung und Politik: „Sie müssen sich anstrengen. Es geht um unseren Wirtschaftsstandort, um Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Ansprechpartner zum Thema Kontakt
Die Industrieumsätze haben sich in der gesamten Region im dritten Quartal 2025 nur schwach entwickelt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auf Basis von Daten von IT.NRW. „Diese Zahlen sind deutliche Zeichen einer bereits stattfindenden Deindustrialisierung“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Insbesondere energieintensive Branchen melden erneut rückläufige Umsatzzahlen. Die IHK begrüßt daher den von der Bundesregierung beschlossenen Industriestrompreis. Krefeld In Krefeld sind die Industrieumsätze im dritten Quartal um 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. In der Gesamtregion Mittlerer Niederrhein waren die Industrieumsätze um 6,8 Prozent geringer als im Vorjahresquartal. „Zuletzt hatten sich die Zahlen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Aber die Daten vom dritten Quartal zeigen, dass noch keine nachhaltige Trendwende in Sicht ist. Es geht tendenziell eher weiter abwärts als aufwärts“, sagt Steinmetz. Der Rückgang betrifft das Aus- und Inland: Der Exportumsatz sank in der Region im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,6 Prozent, in Krefeld um 4,2 Prozent. Der Inlandsumsatz sank in der Region um 6,9 Prozent, in Krefeld sogar um 8,0 Prozent. Der Mittlere Niederrhein schneidet diesmal schlechter ab als das Bundesland: Nordrhein-Westfalen verzeichnete ein Umsatzminus von 1,8 Prozent. Mönchengladbach In Mönchengladbach sind die Industrieumsätze im dritten Quartal um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen. In der Gesamtregion Mittlerer Niederrhein waren die Industrieumsätze um 6,8 Prozent geringer als im Vorjahresquartal. „Zuletzt hatten sich die Zahlen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Aber die Daten vom dritten Quartal zeigen, dass noch keine nachhaltige Trendwende in Sicht ist“, sagt Steinmetz. Der Rückgang betrifft das Aus- und Inland: Der Exportumsatz sank in der Region im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,6 Prozent, in Mönchengladbach stieg er um 6,4 Prozent. Der Inlandsumsatz sank in der Region um 6,9 Prozent, in Mönchengladbach stieg er um 1,7 Prozent. Der Mittlere Niederrhein insgesamt schneidet diesmal schlechter ab als das Bundesland: Nordrhein-Westfalen verzeichnete ein Umsatzminus von 1,8 Prozent. Rhein-Kreis Neuss Im Rhein-Kreis Neuss sind die Industrieumsätze im dritten Quartal um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. In der Gesamtregion Mittlerer Niederrhein waren die Industrieumsätze um 6,8 Prozent geringer als im Vorjahresquartal. „Zuletzt hatten sich die Zahlen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Aber die Daten vom dritten Quartal zeigen, dass noch keine nachhaltige Trendwende in Sicht ist. Es geht tendenziell eher weiter abwärts als aufwärts“, sagt Steinmetz. Der Rückgang betrifft das Aus- und Inland: Der Exportumsatz sank in der Region im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,6 Prozent, im Rhein-Kreis Neuss um 11 Prozent. Der Inlandsumsatz sank in der Region um 6,9 Prozent, im Rhein-Kreis Neuss sogar um 13,9 Prozent. Der Mittlere Niederrhein schneidet diesmal schlechter ab als das Bundesland: Nordrhein-Westfalen verzeichnete ein Umsatzminus von 1,8 Prozent. Kreis Viersen Im Kreis Viersen sind die Industrieumsätze im dritten Quartal um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. In der Gesamtregion Mittlerer Niederrhein waren die Industrieumsätze um 6,8 Prozent geringer als im Vorjahresquartal. „Zuletzt hatten sich die Zahlen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Aber die Daten vom dritten Quartal zeigen, dass noch keine nachhaltige Trendwende in Sicht ist. Es geht tendenziell eher weiter abwärts als aufwärts“, sagt Steinmetz. Der Rückgang betrifft das Aus- und Inland: Der Exportumsatz sank in der Region im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,6 Prozent, im Kreis Viersen um 8,2 Prozent. Der Inlandsumsatz sank in der Region um 6,9 Prozent, im Kreis Viersen stieg er um 3,4 Prozent. Der Mittlere Niederrhein schneidet diesmal schlechter ab als das Bundesland: Nordrhein-Westfalen verzeichnete ein Umsatzminus von 1,8 Prozent. In einigen Branchen in der Region ist die Lage besonders schwierig. In der chemischen Industrie sind die Gesamtumsätze im dritten Quartal um 15,2 Prozent, die Auslandsumsätze sogar um 18 Prozent, gesunken. „Die chemische Industrie ist für Krefeld und die gesamte Region von großer Bedeutung, sie hat immerhin einen Anteil von fast 30 Prozent an den gesamten Industrieumsätzen im IHK-Bezirk. Ein erneut so deutliches Umsatzminus macht uns große Sorgen“, so Steinmetz. Auch weitere energieintensive Branchen wie die Metallerzeugung und -bearbeitung melden einen Umsatzrückgang von 12,7 Prozent. Etwas besser sieht die Lage bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln aus, hier gab es ein Umsatzplus von 3,9 Prozent. Im Maschinenbau gab es ein Plus von 7,8 Prozent, die Hersteller von Metallerzeugnissen meldeten ein Plus von 14,8 Prozent. Vor diesem Hintergrund begrüßt Steinmetz die Beschlüsse des Koalitionsausschusses. Der geplante Deutschlandfonds könne helfen, Unternehmensinvestitionen wieder zu steigern. „Richtig ausgestaltet, kann diese Maßnahme auch unsere Industrie stärken.“ Den geplanten Industriestrompreis sieht er mit gemischten Gefühlen: „Subventionen sind differenziert zu betrachten, aber eine Strompreisentlastung für die besonders gefährdete energieintensive Industrie ist grundsätzlich zu begrüßen.“ Gleichzeitig betont der Hauptgeschäftsführer, dass diese Subvention, auch wenn das Bundeswirtschaftsministerium hier beihilferechtlich eine Menge rausgeholt hat, nur einigen wenigen Unternehmen helfe und insgesamt nicht ausreiche: „Es braucht auf dem Energiemarkt bessere Rahmenbedingungen, damit der Strompreis für alle Unternehmen sinken kann.“ Ansprechpartner zum Thema Kontakt
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein fordert Ersatz für die nach der Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums weggefallenen Gewerbeflächen auf dem Areal der ehemaligen Joint Headquarters (JHQ) in Mönchengladbach. In einem entsprechenden Schreiben an Nathanael Liminski (Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen), Mona Neubaur (Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Thomas Schürmann (Regierungspräsident des Regierungsbezirks Düsseldorf) und Oberbürgermeister Felix Heinrichs fordert Steinmetz eine „Kompensation durch die Bereitstellung alternativer, großflächiger Gewerbeareale in der Region sowie durch eine aktive Unterstützung bei der Entwicklung neuer Potenzialflächen“. „Unsere Betriebe sind dringend auf Gewerbeflächen in der Stadt angewiesen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Wir erwarten von allen Verantwortlichen, dass sie nun alles daransetzen, geplante Gewerbeflächenentwicklungen umzusetzen und die Unternehmen mit dringend benötigten Flächen zu versorgen.“ In Mönchengladbach nehmen Gewerbe- und Industrieflachen 3,2 Prozent der gesamten Stadtfläche in Anspruch – das sind deutlich weniger Flächen als für Sport-, Freizeit und Erholung. Die IHK verweist auf das 2023 von der Stadt veröffentlichte „Nachhaltige Gewerbeflächenkonzept“. Darin werden drohende Engpässe bei der Bereitstellung von Gewerbe- und Industrieflächen vorausgesagt. Das JHQ-Areal sollte dazu beitragen, den Gewerbeflächenbedarf zu decken. 60 Hektar waren geplant. Nun hat das Bundesverteidigungsministeriums entschieden, das Gelände militärisch zu nutze. Außerdem plant das Land Nordrhein-Westfalen, dort eine „Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige“ zu errichten. Die Entwicklung kommunaler Gewerbeflächen ist demnach dort nicht mehr vorgesehen. „Dass die Flächen jetzt für Verteidigungsaufgaben benötigt werden, ist verständlich“, sagt Steinmetz. „Allerdings muss der Verlust von zusammenhängenden Gewerbeflächen in dieser Dimension dringend kompensiert werden.“ Mit Blick auf die Haushaltslage gibt Steinmetz zu bedenken: „Mönchengladbach steht – wie viele andere Kommunen – vor angespannten kommunalen Finanzen. Zwar liegen die wesentlichen Herausforderungen auf der Ausgabenseite, dennoch weist der Standort bei der Gewerbesteueraufbringungskraft je Einwohner einen unterdurchschnittlichen Wert auf. Eine Möglichkeit zur Haushaltskonsolidierung ist daher auch die Stärkung der Ertragsbasis. Das gelingt vor allem durch die Entwicklung zusätzlicher Gewerbeflächen.“ Ansprechpartner zum Thema Kontakt
Die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung sind für viele Unternehmen eine echte Herausforderung. Mit dem richtigen Wissen sind die komplexen Vorgaben aber gut umsetzbar. Einen praxisnahen Einstieg in die wichtigsten Datenschutzthemen bietet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein mit dem Webinar „Datenschutz für kleine Unternehmen – Grundlagen, Pflichten und praktische Umsetzung“. Die Veranstaltung findet am 15. Dezember von 14 bis 16 Uhr statt. Referent Georg Karl Bittorf, Datenschutzbeauftragter beim AWO-Bezirksverband Westliches Westfalen und Experte für IT, E-Commerce und Datenschutz, wird aufzeigen, wie Unternehmen Datenschutz im Arbeitsalltag rechtssicher und effizient umsetzen können. Dabei wird er vor allem auf folgende Aspekte eingehen: Wichtige Rollen im Datenschutz, Artikel 5 und 6 DSGVO: Verarbeitungsgrundsätze & Rechtsgrundlagen, Transparenzpflichten, Betroffenenrechte (insbesondere Auskunft), Auftragsverarbeitung (Fokus USA), Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOMs), Videoüberwachung, Datenpannen erkennen und melden. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: veranstaltung.mittlerer-niederrhein.ihk.de/RS225 Ansprechpartner zum Thema Kontakt
Gastgeber und Ausrichter freuten sich über eine gelungene Veranstaltung und über die Übergabe der Urkunde (v.l.): Corinna Hoeft und Nadja Schlotjunker (beide Outokumpu) mit Barbara Zonneveld, Daniela Perner, Larson Arend und Marco Klares von der IHK. Wie gelingt Unternehmen eine nachhaltige Personalentwicklung? Welche Strategien stärken den Teamzusammenhalt und fördern die Mitarbeiterbindung? Mit Fragen wie diesen befassen sich Personalverantwortliche beim Treffen des Netzwerks „Personalentwicklung“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Die Veranstaltungsreihe findet zweimal jährlich an wechselnden Standorten in der Region statt und richtet sich an Personalverantwortliche aus den Mitgliedsunternehmen der IHK. Ziel ist der fachliche Austausch, die Vernetzung sowie die Vorstellung bewährter Praxisbeispiele aus der Region. Das aktuelle Netzwerktreffen fand bei Outokumpu statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Strategien für den perfekten Start in den Job – Austausch zu Pre- und Onboarding“. Es ging also um die entscheidenden Phasen, in denen neue Mitarbeitende erfolgreich in Unternehmen integriert werden. Der Gastgeber feiert in diesem Jahr 100 Jahre Ausbildung am Standort Krefeld. IHK-Geschäftsführerin Daniela Perner nutzte die Gelegenheit, zu diesem besonderen Jubiläum zu gratulieren, für das große Engagement in der Ausbildung zu danken und eine Urkunde zu übergeben. Die Teilnehmenden erhielten nicht nur Einblicke in die neuesten Entwicklungen der Mitarbeitergewinnung und -bindung, sondern auch in das traditionsreiche Ausbildungszentrum des Edelstahlherstellers. CorinnaHoeft, Leiterin des Ausbildungszentrums bei Outokumpu, führte die Gäste durch die Räumlichkeiten und zeigte eindrucksvoll, wie sich das Unternehmen seit einem Jahrhundert für Ausbildung, Nachwuchsförderung und Zukunftssicherung engagiert. Ein Höhepunkt war der Vortrag von Julie Kuntz von der b+p Unternehmensberatung in Saarbrücken. In ihrer Keynote teilte sie praxisnahe Strategien, wie Unternehmen neue Mitarbeitende durch gezielte Pre- und Onboarding-Maßnahmen nachhaltig integrieren und langfristig binden können. Die Teilnehmenden nahmen wertvolle Impulse mit, wie erfolgreiche Personalentwicklung heute gestaltet werden kann – von der ersten Kontaktaufnahme bis zur gelungenen Einarbeitung. „Gerade in der Personalarbeit profitieren die Teilnehmenden enorm vom Austausch mit anderen Unternehmen. Die externen Impulse bieten einen echten Mehrwert und fördern kreative Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen“, so die IHK-Geschäftsführerin. Das nächste Treffen des IHK-Netzwerks Personalentwicklung ist für den 27. Mai geplant. Weitere Informationen gibt es online unter: mittlerer-niederrhein.ihk.de/P12 Ansprechpartner zum Thema Kontakt
© Wolfgang Detemple IHK-Geschäftsführerin Daniela Perner (2.v.r.) und Nicole Linder (r., Bereichsleiterin Ausbildung) mit „ihren“ Super-Azubis vom Mittleren Niederrhein. Laut, bunt, ausgelassen. So haben die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in NRW die 124 besten Auszubildenden des Landes – die besten in ihrem Ausbildungsberuf – gebührend empfangen. Sie sind nicht nur für ihre hervorragenden Leistungen in den Abschlussprüfungen geehrt worden – sie wurden gefeiert! Dafür hat die IHK Arnsberg aus der Landesbestenehrung, die abwechselnd jährlich von einer der 16 IHKs in NRW ausgerichtet wird, unter dem Motto „BESTIVILLE – Das Festival der besten Azubis aus NRW“ eine riesige Party gemacht. In der Stadthalle Soest erwarteten die Azubis DJs, Streetfood, eine Chillout-Lounge, Musik von den Fascinating Drums sowie Gentleman DEE, eine Videogrußbotschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz und vieles mehr. Als Moderatoren auf der Bühne: das bekannte EinsLive-Radio-Duo Michael Imhof und Olli Briesch. Unter den Geehrten waren auch neun Super-Azubis vom Mittleren Niederrhein: Volkan Kepil (Chemikant, LANXESS Deutschland GmbH, Krefeld), Vincent Waerder (Fachinformatiker, INCAS GmbH, Krefeld), Marina Rode (Industriemechanikerin, SMS group GmbH) und Niels Pesch (Kaufmann für Marketingkommunikation, MEDIA CENTRAL Gesellschaft) aus Mönchengladbach, Burak Gürpinar (Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, DSV Road GmbH) aus Neuss, Tuan Ngo (Maschinen- und Anlagenführer, SGL epo GmbH) aus Krefeld, Vivian Emilia Hasch (Rohrleitungsbauerin, L.T.G. Leitungs- und Tiefbaugesellschaft mbH & Co. KG, Neuss), Elisabeth Peters aus Brüggen (Veranstaltungskauffrau, Dorint GmbH) sowie Luca Di Diomede (Zerspanungsmechaniker, SMS group GmbH, Mönchengladbach). „Für die Auszubildenden ist es eine besondere Ehre, in diesem außergewöhnlichen Rahmen für ihre Leistungen ausgezeichnet zu werden. Und diese Wertschätzung haben sie sich verdient. Wir freuen uns sehr, dass auch neun Auszubildende vom Mittleren Niederrhein unter den Geehrten sind“, sagte Daniela Perner, Geschäftsführerin der IHK Mittlerer Niederrhein. „Das zeigt, dass wir super-talentierte Nachwuchskräfte haben – und dass Spitzenleistungen nicht nur im Hörsaal, sondern auch in einem Industriebetrieb, einer Küche oder einem Büro erbracht werden. Deshalb bedanken wir uns auch bei den Ausbilderinnen und Ausbildern sowie den Berufskollegs, die die jungen Menschen auf ihrem Weg begleitet haben und damit Teil dieser Erfolgsgeschichten sind.“ Mit Witz, kleinen Seitenhieben und immer einem Augenzwinkern warfen die beiden bestens aufgelegten Moderatoren Michael Imhof und Olli Briesch einen Blick auf die Ausbildungsberufe der 124 Azubis. Bei der Auszeichnung der besten Auszubildenden in NRW sind die Azubis geehrt worden, die in der Abschlussprüfung ihres jeweiligen Ausbildungsberufes die höchste Punktzahl (und mindestens die Note „sehr gut“) erreicht haben. Danach hieß es: Feiern, Spaß haben und gemeinsam eine gute Zeit genießen. Ansprechpartner zum Thema Kontakt
Nadine Hennig und Christian Breker von der IHK (r.) haben Zardasht Issa (2.v.r.) gemeinsam mit seinem Mentor Boris Zimfer (2.v.l.) bei seinem Berufsanerkennungsverfahren unterstützt – mit Erfolg! Zardasht Issa hat einen langen Weg hinter sich – geografisch wie beruflich. Der gebürtige Syrer kam 2013 nach Deutschland. In Saudi-Arabien hatte er zuvor eine Ausbildung im Versicherungsmanagement absolviert und als Marketing-Manager in einem Versicherungsunternehmen gearbeitet. Über Bekannte lernte er später Boris Zimfer kennen, Unternehmer bei der Deutschen Vermögensberatung. Dort fand Issa nicht nur eine berufliche Perspektive, sondern auch Unterstützung auf seinem Weg zur Anerkennung seiner Qualifikation in Deutschland. Im Jahr 2022 wandte sich Issa an die Anerkennungsberatung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, genauer: an die Fachberaterin Nadine Hennig. Ziel war es, seine im Ausland erworbene Ausbildung offiziell anerkennen zu lassen. „Ich wollte, dass meine Ausbildung und Erfahrung aus dem Ausland auch in Deutschland anerkannt werden. Das ist wichtig für meine Arbeit und meine Zukunft hier“, erklärt Issa. Nach einem komplexen Verfahren, das sich über drei Jahre hinzog, erhielt er im September 2025 schließlich den Anerkennungsbescheid der IHK FOSA – die volle Gleichwertigkeit im Berufsbild „Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen“. Unterstützt wurde Issa dabei von seinem Mentor. „Ich bin selbst Unternehmer mit Migrationshintergrund und weiß, wie schwierig es ist, mit nicht anerkannten Abschlüssen in Deutschland Fuß zu fassen“, sagt Boris Zimfer. „Darum war für mich klar: Wir geben nicht auf.“ Trotz zwischenzeitlicher Rückschläge und eines Ablehnungsbescheids hielten beide an ihrem Ziel fest. „Es war nicht einfach, und wir hatten die Hoffnung schon fast verloren. Erst mit rechtlichem Beistand und viel Geduld kam schließlich Bewegung in den Prozess“, berichtet Zimfer. Für den Unternehmer ist die Anerkennung ausländischer Abschlüsse ein klarer Gewinn – sowohl für Betriebe als auch für die Gesellschaft: „Gute, qualifizierte Fachkräfte zu finden, ist heute eine große Herausforderung. Menschen wie Herr Issa bringen wertvolle Erfahrung und Engagement mit. Es wäre schade, wenn diese Potenziale ungenutzt blieben. Als Vermögensberater der DVAG profitiert er zudem von dem umfassenden Aus- und Weiterbildungsprogramm des Unternehmens, das die Fachkompetenz unter Berücksichtigung der aktuellen Markterfordernisse weiter schult.“ Auch für Zardasht Issa hat sich der Einsatz gelohnt: „Jetzt habe ich mehr Vertrauen in meine Zukunft hier. Die Anerkennung hilft mir, meinen beruflichen Weg klarer zu planen.“ Beide sind sich einig, dass der Erfolg ohne die Unterstützung der IHK Mittlerer Niederrhein und der dortigen Anerkennungsberatung nicht möglich gewesen wäre. „Der Fall von Zardasht Issa zeigt exemplarisch, wie wichtig Durchhaltevermögen, gute Zusammenarbeit und individuelle Beratung im Anerkennungsprozess sind“, fasst Nadine Hennig zusammen. „Und er macht deutlich: Anerkennung schafft Chancen – für Menschen und für Unternehmen.“ Weitere Informationen rund um die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse gibt es online unter: mittlerer-niederrhein.ihk.de/P181 Ansprechpartner zum Thema Kontakt
Initiiert von der IHK, haben der FC Hellas Krefeld und LANXESS eine Kooperation vereinbart (v.l.): Jugendspieler Kjell, Jugendleiter Christos Delidimitris und Geschäftsführer Alexandros Ouzounis sowie Nathalie Jager, Manuela Schmied und Kai Burger (alle LANXESS), IHK-Fachberater Dimitri van der Wal und Jugendspieler Utku. Um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen und Jugendliche frühzeitig für eine Ausbildung zu gewinnen, setzen Unternehmen und Sportvereine im Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“ auf Zusammenarbeit. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein bringt dabei gemeinsam mit den Stadt- und Kreissportbünden gezielt Betriebe und Vereine zusammen, um neue Wege der Nachwuchsgewinnung zu eröffnen. Ein aktuelles Beispiel für diese erfolgreiche Vernetzung ist die neue Kooperation zwischen dem FC Hellas Krefeld und dem Spezialchemiekonzern LANXESS. Ziel ist es, Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren frühzeitig anzusprechen und für eine Ausbildung zu begeistern. Geplant sind zum Beispiel Informationsangebote bei Vereinsveranstaltungen sowie spezielle Elternabende, um den direkten Austausch zu fördern und junge Talente für die Chemiebranche zu gewinnen. Hellas Krefeld, mit rund 400 Mitgliedern einer der großen Fußballvereine der Stadt, möchte nicht nur sportliche Erfolge feiern, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. „Neben Bewegung und Teamgeist steht der Verein dafür, Kindern und Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen – auch über den Sport hinaus“, sagt Hellas-Geschäftsführer Alexandros Ouzounis. „Mit der Kooperation mit LANXESS und seinem großen Produktions- und Ausbildungsstandort in Krefeld werden sportliche und berufliche Zukunftswege eng miteinander verknüpft.“ Dank der neu sanierten Bezirkssportanlage an der Gladbacher Straße verfüge Hellas Krefeld zudem über eines der modernsten Sportgelände der Stadt – „ideale Bedingungen, um sportliche Leidenschaft und berufliche Perspektiven zu verbinden“, so der Geschäftsführer. Auch seitens des Unternehmens wird die Partnerschaft positiv bewertet. „Wir freuen uns, mit Hellas Krefeld einen Partner zu haben, bei dem wir unsere Ausbildungsberufe gezielt bei Jugendlichen präsentieren können. Ein Sportverein bietet aus unserer Sicht die ideale Plattform, um zukünftige Auszubildende zu gewinnen. Hellas Krefeld überzeugt als familiär geführter Verein, der seine jungen Mitglieder engagiert betreut und sich wirklich für ihre Zukunft einsetzt“, sagt Ausbildungskoordinator Kai Burger. Und Manuela Schmied, zuständig für das Schülermarketing, ergänzt: „Wir sind davon überzeugt, dass es neue Ansätze braucht, um das Interesse potenzieller Auszubildender zu wecken. Viele Schülerinnen und Schüler wissen am Ende ihrer Schulzeit noch nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, sie zu beraten und gleichzeitig für die vielseitige Welt der Chemie zu begeistern.“. Lanxess sucht regelmäßig motivierte Nachwuchskräfte für Ausbildungsberufe wie Chemikant/in, Industriemechaniker/in, Anlagenmechaniker/in oder Elektroniker/in für Automatisierungstechnik. Auch Praktikumsplätze werden angeboten, um jungen Menschen frühzeitig Einblicke in technische und industrielle naturwissenschaftliche Berufsfelder zu ermöglichen. Großes Potenzial sehen auch die Projektverantwortlichen. „Auszubildende, die sich im Sport engagieren, bringen wertvolle Eigenschaften mit: Teamgeist, Disziplin und Belastbarkeit“, betont Dimitri van der Wal, Fachberater der IHK-Initiative. „Unser Ziel ist es, Sportvereine als moderne Plattformen für Berufsorientierung und Talentrekrutierung zu etablieren.“ Das Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“ läuft seit mehr als drei Jahren erfolgreich und hat bereits zahlreiche Unternehmen mit passenden Auszubildenden aus dem Vereinsumfeld zusammengebracht. Die IHK begleitet alle Kooperationen, stellt Materialien zur Verfügung und berät die Beteiligten. „Kooperationen wie diese sind ein Beispiel dafür, wie regionale Netzwerke innovative Lösungen für drängende Herausforderungen wie den Fachkräftemangel schaffen können“, so van der Wal abschließend. „Unser Wunsch ist, dass möglichst viele junge Menschen in unserer Region durch solche Partnerschaften ihren beruflichen Weg finden.“ Weitere Informationen zum Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“: mittlerer-niederrhein.ihk.de/P265 Ansprechpartner zum Thema Kontakt